* manual/gpg4win-compendium-de.tex: Added contents of "durchblicker.tex"
authorJan-Oliver Wagner <jan@intevation.de>
Wed, 2 Jul 2008 10:20:39 +0000 (10:20 +0000)
committerJan-Oliver Wagner <jan@intevation.de>
Wed, 2 Jul 2008 10:20:39 +0000 (10:20 +0000)
as part "Fortgeschrittene". Merged History appendix of the two parts.

doc/ChangeLog
doc/manual/gpg4win-compendium-de.tex

index e8c8a90..dfc9dfa 100644 (file)
@@ -1,3 +1,8 @@
+2008-07-02  Jan-Oliver Wagner  <jan-oliver.wagner@intevation.de>
+
+       * manual/gpg4win-compendium-de.tex: Added contents of "durchblicker.tex"
+       as part "Fortgeschrittene". Merged History appendix of the two parts.
+
 2008-07-01  Jan-Oliver Wagner  <jan-oliver.wagner@intevation.de>
 
        * manual/gpg4win-compendium-de.tex: New. Combines "einsteiger"
index 8f98b98..f3ee4a9 100644 (file)
@@ -1416,6 +1416,2507 @@ sondern
 \clearpage
 \part{Fortgeschrittene}
 
+\clearpage
+%% Original page 6
+\section{Warum überhaupt  verschlüsseln?}
+
+Die Verschlüsselung von Nachrichten wird manchmal als das zweitälteste
+Gewerbe der Welt bezeichnet. Verschlüsselungstechniken benutzten schon
+der Pharao Khnumhotep II, Herodot und Cäsar.  Dank Gpg4win ist
+Verschlüsselung nunmehr für jedermann frei und kostenlos
+zugänglich\ldots
+
+\begin{center}
+\IncludeImage[width=0.9\textwidth]{egyptian-stone}
+\end{center}
+
+Die Computertechnik hat uns phantastische Mittel in die Hand gegeben,
+um rund um den Globus miteinander zu kommunizieren und uns zu
+informieren. Aber Rechte und Freiheiten, die in anderen
+Kommunikationsformen längst selbstverständlich sind, müssen wir uns in
+den neuen Technologien erst sichern. Das Internet ist so schnell und
+massiv über uns hereingebrochen, dass wir mit der Wahrung unserer Rechte
+noch nicht so recht nachgekommen sind.
+
+
+Beim altmodischen Briefschreiben haben wir die Inhalte unserer
+Mitteilungen ganz selbstverständlich mit einem Briefumschlag
+geschützt. Der Umschlag schützt die Nachrichten vor fremden Blicken,
+eine Manipulation am Umschlag kann man leicht bemerken. Nur wenn etwas
+nicht ganz so wichtig ist, schreibt man es auf eine ungeschützte
+Postkarte, die auch der Briefträger oder andere lesen können.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 7
+
+Ob die Nachricht wichtig, vertraulich oder geheim ist, das bestimmt
+man selbst und niemand sonst.
+
+Diese Entscheidungsfreiheit haben wir bei \Email{} nicht. Eine normale
+\Email{} ist immer offen wie eine Postkarte, und der elektronische
+"`Briefträger"' --- und andere --- können sie immer lesen. Die Sache
+ist sogar noch schlimmer: die Computertechnik bietet nicht nur die
+Möglichkeiten, die vielen Millionen \Email{}s täglich zu befördern und
+zu verteilen, sondern auch, sie zu kontrollieren.
+
+Niemand hätte je ernsthaft daran gedacht, alle Briefe und Postkarten zu
+sammeln, ihren Inhalt auszuwerten oder Absender und Empfänger zu
+protokollieren. Das wäre einfach nicht machbar gewesen, oder es hätte
+zu lange gedauert. Mit der modernen Computertechnik ist das technisch
+möglich. Es gibt mehr als einen Hinweis darauf, dass dies genau heute
+schon im großen Stil mit Ihrer und meiner \Email{}
+geschieht.\footnote{Hier sei nur an das \xlink{Echelon
+    System}{\EchelonUrl} erinnert%
+\T; siehe \href{\EchelonUrl}{\EchelonUrl}%
+.}.
+
+Denn: der Umschlag fehlt.
+
+\begin{center}
+\IncludeImage[width=0.3\textwidth]{sealed-envelope}
+\end{center}
+
+\clearpage
+%% Original page 8
+
+Was wir Ihnen hier vorschlagen, ist ein Umschlag für Ihre
+elektronischen Briefe. Ob Sie ihn benutzen, wann, für wen und wie oft,
+ist ganz allein Ihre Sache. Software wie Gpg4win gibt Ihnen lediglich
+die Wahlfreiheit zurück. Die Wahl, ob Sie persönlich eine Nachricht
+für wichtig und schützenswert halten oder nicht.
+
+Das ist der Kern des Rechts auf Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis
+im Grundgesetz, und dieses Recht können Sie mit Hilfe der Software
+Gpg4win wahrnehmen. Sie müssen sie nicht benutzen --- Sie müssen ja auch
+keinen Briefumschlag benutzen. Aber es ist Ihr gutes Recht.
+
+Um dieses Recht zu sichern, bietet Gpg4win Ihnen sogenannte "`starke
+Verschlüsselungstechnik"'. "`Stark"' bedeutet hier: mit keinem
+gegenwärtigen Mittel zu knacken. In vielen Ländern waren starke
+Verschlüsselungsmethoden bis vor ein paar Jahren den Militärs und
+Regierungsbehörden vorbehalten. Das Recht, sie für jeden Bürger
+nutzbar zu machen, haben sich die Internetnutzer mühsam erobert;
+manchmal auch mit der Hilfe von klugen und weitsichtigen Menschen in
+Regierungsinstitutionen, wie im Falle der Portierung von GnuPG auf
+Windows.  GnuPG wird von Sicherheitsexperten in aller Welt als eine
+praktikable und sichere Software angesehen.
+
+Wie wertvoll diese Sicherheit für Sie ist, liegt ganz in Ihrer Hand,
+denn Sie allein bestimmen das Verhältnis zwischen Bequemlichkeit bei
+der Verschlüsselung und größtmöglicher Sicherheit.  Dazu gehören die
+wenigen, aber umso wichtigeren Vorkehrungen, die Sie treffen müssen,
+und die wir im Folgenden besprechen:
+
+
+\clearpage
+%% Original page 9
+\section{Wie funktioniert Gpg4win?}
+Das Besondere an Gpg4win und der zugrundeliegenden Public-Key Methode
+ist, dass sie jeder verstehen kann und soll. Nichts daran ist
+Geheimwissen ­-- es ist nicht einmal besonders schwer zu verstehen.
+
+Die Benutzung von Gpg4win ist sehr einfach, seine Wirkungsweise dagegen
+ziemlich kompliziert. Wir werden in diesem Kapitel erklären, wie Gpg4win
+funktioniert ­-- nicht in allen Details, aber so, dass die Prinzipien
+dahinter deutlicher werden. Wenn Sie diese Prinzipien kennen, werden
+Sie ein hohes Vertrauen in die Sicherheit von Gpg4win gewinnen.
+
+Ganz am Ende dieses Buches, in Kapitel \ref{ch:themath}, können Sie
+­-- wenn Sie wollen ­-- auch noch die letzten Geheimnisse um die
+Public-Key Kryptographie lüften und entdecken, warum Gpg4win nicht zu
+knacken ist.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 10
+\textbf{Der Herr der Schlüsselringe}
+
+Wenn man etwas sehr Wertvolles sichern will, schließt man es am besten
+ein --- mit einem Schlüssel. Noch besser mit einem Schlüssel, den es
+nur einmal gibt und den man ganz sicher aufbewahrt.
+
+\begin{center}
+\IncludeImage[width=0.4\textwidth]{schlapphut-with-key}
+\end{center}
+
+Denn wenn dieser Schlüssel in die falschen Hände fällt, ist es um die
+Sicherheit des wertvollen Gutes geschehen. Dessen Sicherheit steht und
+fällt mit der Sicherheit des Schlüssels.  Also hat man den Schlüssel
+mindestens genauso gut abzusichern, wie das zu sichernde Gut selbst.
+Die genaue Form des Schlüssels muss völlig geheim gehalten werden.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 11
+
+Geheime Schlüssel sind in der Kryptographie ein alter Hut: schon immer
+hat man Botschaften geheimzuhalten versucht, indem man den Schlüssel
+geheimhielt.  Dies wirklich sicher zu machen ist sehr umständlich und
+dazu auch sehr fehleranfällig.
+
+\begin{center}
+\IncludeImage[width=0.4\textwidth]{tangled-schlapphut}
+\end{center}
+
+Das Grundproblem bei der "`normalen"' geheimen Nachrichtenübermittlung
+ist, dass für Ver- und Entschlüsselung derselbe Schlüssel benutzt wird
+und dass sowohl der Absender als auch der Empfänger diesen geheimen
+Schlüssel kennen.
+
+Dies führt zu einer ziemlich paradoxen Situation: Bevor man mit einem
+solchen System ein Geheimnis --­ eine verschlüsselte Nachricht ---
+mitteilen kann, muss man schon vorher ein anderes Geheimnis --­ den
+Schlüssel ­-- mitgeteilt haben.  Und da liegt der Hase im Pfeffer: man
+muss sich ständig mit dem Problem herumärgern, dass der Schlüssel
+unbedingt ausgetauscht werden muss, aber auf keinen Fall von einem
+Dritten abgefangen werden darf.
+
+
+
+\clearpage
+%% Original page 12
+
+Gpg4win dagegen arbeitet ­-- außer mit dem Geheimschlüssel --- mit einem
+weiteren Schlüssel ("`key"'), der vollkommen frei und öffentlich
+("`public"') zugänglich ist.
+
+Man spricht daher auch von
+Gpg4win als einem "`Public-Key"' Verschlüsselungssystem.
+
+Das klingt widersinnig, ist es aber nicht. Der Witz an der Sache: es
+muss kein Geheimschlüssel mehr ausgetauscht werden. Im Gegenteil: der
+Geheimschlüssel darf auf keinen Fall ausgetauscht werden!
+Weitergegeben wird nur der öffentliche Schlüssel ­-- und den kennt
+sowieso jeder.
+
+Mit Gpg4win benutzen Sie also ein Schlüsselpaar ­-- eine geheime und
+eine zweite öffentliche Schlüsselhälfte.  Beide Hälften sind durch
+eine komplexe mathematische Formel untrennbar miteinander verbunden.
+Nach heutiger wissenschaftlicher und technischer Kenntnis ist es
+unmöglich, einen Schlüsselteil aus dem anderen zu berechnen und damit
+den Code zu knacken. In Kapitel \ref{ch:themath} erklären wir, wie das
+funktioniert.
+
+% Note: The texts on the signs are empty in the current revision.
+% However, I used the original images and wiped out the texts ``Open
+% Source"' and ``gratis"' - need to replace with something better.
+% What about ``Artikel 10"' and ``von GnuPG erzeugt"'?
+\begin{center}
+\IncludeImage[width=0.4\textwidth]{verleihnix}
+\end{center}
+
+
+\clearpage
+%% Original page 13
+Das Gpg4win-Prinzip ist wie gesagt recht einfach:
+
+Der \textbf{geheime Schlüssel}, auch \textbf{private Schlüssel} genannt
+(secret oder private key), muss geheim gehalten werden.
+
+Der \textbf{öffentliche Schlüssel} (public key) soll so
+öffentlich wie möglich gemacht werden.
+
+Beide Schlüsselteile haben ganz und gar unterschiedliche Aufgaben:
+
+\bigskip
+
+der geheime Schlüsselteil \textbf{entschlüsselt} Nachrichten
+
+\begin{center}
+\IncludeImage[width=0.9\textwidth]{key-with-shadow-bit}
+\end{center}
+
+der öffentliche Schlüsselteil \textbf{verschlüsselt}.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 14
+
+\textbf{Der öffentliche Safe}
+
+In einem kleinen Gedankenspiel
+wird die Methode des Public-Key Verschlüsselungssystems
+und ihr Unterschied zur "`nicht-public-key"' Methode deutlicher:
+
+\textbf{Die "`nicht-Public-Key Methode"' geht so:}
+
+Stellen Sie sich vor, Sie stellen einen Briefkasten vor Ihrem Haus
+auf, über den Sie geheime Nachrichten übermitteln wollen.
+
+Der Briefkasten ist mit einem Schloss verschlossen, zu dem es nur
+einen einzigen Schlüssel gibt. Niemand kann ohne diesen Schlüssel
+etwas hineinlegen oder herausnehmen. Damit sind Ihre geheimen
+Nachrichten zunächst einmal gut gesichert.
+
+\begin{center}
+\IncludeImage[width=0.9\textwidth]{letter-into-safe}
+\end{center}
+
+Da es nur einen Schlüssel gibt, muss Ihr Korrespondenzpartner denselben
+Schlüssel wie Sie haben, um den Briefkasten damit auf- und zuschließen
+und eine Geheimnachricht deponieren zu können.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 15
+Diesen Schlüssel müssen Sie Ihrem Korrespondenzpartner auf geheimem
+Wege übergeben.
+
+\begin{center}
+\IncludeImage[width=0.9\textwidth]{secret-key-exchange}
+\end{center}
+
+\clearpage
+%% Original page 16
+Erst wenn der andere den Geheimschlüssel hat, kann er den Briefkasten
+öffnen und die geheime Nachricht lesen.
+
+Alles dreht sich also um diesen Schlüssel: wenn ein Dritter ihn kennt,
+ist es sofort aus mit den Geheimbotschaften. Sie und Ihr
+Korrespondenzpartner müssen ihn also genauso geheim austauschen wie
+die Botschaft selbst.
+
+Aber ­-- eigentlich könnten Sie ihm bei dieser Gelegenheit ja auch
+gleich die geheime Mitteilung übergeben\ldots
+
+
+\textbf{Übertragen auf die \Email{}-Verschlüsselung:} weltweit müssten alle
+\Email{}teilnehmer geheime Schlüssel besitzen und auf geheimem Wege
+austauschen, bevor sie geheime Nachrichten per \Email{} versenden
+könnten.
+
+Vergessen wir diese Möglichkeit am besten sofort wieder\ldots
+
+\begin{center}
+\IncludeImage[width=0.9\textwidth]{letter-out-of-safe}
+\end{center}
+
+\clearpage
+%% Original page 17
+\textbf{Jetzt die Public-Key Methode:}
+
+Sie installieren wieder einen Briefkasten vor Ihrem Haus.  Aber:
+dieser Briefkasten ist ­-- ganz im Gegensatz zu dem ersten Beispiel
+--- stets offen.  Direkt daneben hängt --­ weithin öffentlich sichtbar
+--- ein Schlüssel, mit dem jedermann den Briefkasten zuschließen kann.
+
+\textbf{Zuschließen, aber nicht aufschließen:} das ist der Trick.
+
+\begin{center}
+\IncludeImage[width=0.9\textwidth]{pk-safe-open}
+\end{center}
+
+Dieser Schlüssel gehört Ihnen, und --- Sie ahnen es: es ist Ihr
+öffentlicher Schlüssel.
+
+Wenn jemand Ihnen eine geheime Nachricht hinterlassen will, legt er
+sie in den Briefkasten und schließt mit Ihrem öffentlichen Schlüssel
+ab.  Jedermann kann das tun, denn der Schlüssel dazu ist ja völlig
+frei zugänglich.
+
+Kein anderer kann den Briefkasten nun öffnen und die Nachricht lesen.
+Selbst derjenige, der die Nachricht in dem Briefkasten eingeschlossen
+hat, kann ihn nicht wieder aufschließen, zum Beispiel um die
+Botschaft nachträglich zu verändern.
+
+Denn die öffentliche Schlüsselhälfte taugt ja nur zum Abschließen.
+
+Aufschließen kann man den Briefkasten nur mit einem einzigen
+Schlüssel: Ihrem eigenen geheimen oder privaten Schlüsselteil.
+
+\clearpage
+%% Original page 18
+
+\textbf{Wieder übertragen auf die \Email{}-Verschlüsselung:} jedermann
+kann eine \Email{} an Sie verschlüsseln. Er benötigt dazu keineswegs
+einen geheimen, sondern ganz im Gegenteil einen vollkommen
+öffentlichen, "`ungeheimen"' Schlüssel. Nur ein einziger Schlüssel
+entschlüsselt die \Email{} wieder: Ihr privater, geheimer Schlüssel.
+
+Spielen wir das Gedankenspiel noch einmal anders herum:
+
+Wenn Sie einem anderen eine geheime Nachricht zukommen lassen wollen,
+benutzen Sie dessen Briefkasten mit seinem öffentlichen, frei
+verfügbaren Schlüssel.
+
+Sie müssen Ihren Briefpartner dazu nicht persönlich kennen, ihn
+getroffen oder je mit ihm gesprochen haben, denn sein öffentlicher
+Schlüssel ist überall und jederzeit zugänglich. Wenn Sie Ihre
+Nachricht hinterlegt und den Briefkasten des Empfängers mit seinem
+öffentlichem Schlüssel wieder verschlossen haben, ist sie völlig
+unzugänglich für jeden anderen, auch für Sie selbst.  Nur der
+Empfänger kann den Briefkasten mit seinem privaten Schlüssel öffnen
+und die Nachricht lesen.
+
+\begin{center}
+\IncludeImage[width=0.9\textwidth]{pk-safe-opened-with-sk}
+\end{center}
+
+
+\clearpage
+%% Original page 19 
+\textbf{Was ist nun eigentlich gewonnen:} es gibt immer noch einen
+geheimen Schlüssel!?
+
+Der Unterschied gegenüber der "`nicht-Public-Key Methode"' ist
+allerdings ein gewaltiger:
+
+Ihren privater Schlüssel kennen und benutzen nur Sie selbst.  Er wird
+niemals einem Dritten mitgeteilt ­-- die Notwendigkeit einer geheimen
+Übergabe entfällt, sie verbietet sich sogar.
+
+Es muss überhaupt nichts Geheimes mehr zwischen Absender und Empfänger
+ausgetauscht werden --- weder eine geheime Vereinbarung noch ein
+geheimes Codewort.
+
+Das ist ­-- im wahrsten Sinne des Wortes --- der Knackpunkt: alle
+"`alten"' Verschlüsselungsverfahren können geknackt werden, weil ein
+Dritter sich beim Schlüsselaustausch in den Besitz des Schlüssels
+bringen kann.
+
+Dieses Risiko entfällt, weil der Geheimschlüssel nicht ausgetauscht
+wird und sich nur an einem einzigen Ort befindet: Ihrem eigenen
+Schlüsselbund.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 20
+\section{Die Passphrase}
+
+Wie Sie oben gesehen haben, ist der private Schlüssel eine der
+wichtigsten Komponenten im Public-Key Verschlüsselungssystem. Man muss
+(und darf) ihn zwar nicht mehr auf geheimem Wege mit seinen
+Korrespondenzpartnern austauschen, aber nach wie vor ist seine
+Sicherheit der Schlüssel zur Sicherheit des "`ganzen"' Systems.
+
+Es ist deswegen eminent wichtig, diesen private Schlüssel sicher
+abzuspeichern. Dies geschieht auf zweierlei Weise:
+
+\begin{center}
+\IncludeImage[width=0.4\textwidth]{think-passphrase}
+\end{center}
+
+Jeder andere Benutzer des Rechners, auf dessen Festplatte dieser
+Schlüssel gespeichert ist, darf keinen Zugriff auf ihn erhalten --
+weder zum schreiben noch zum lesen.  Es ist deswegen unbedingt zu
+vermeiden, den Schlüssel in einem öffentlichen Ordner
+(z.B. \verb=c:\Temp= oder \verb=c:\WINNT=) abzulegen.  Gpg4win
+speichert den Schlüssel deswegen im sogenannten "`Heimverzeichnis"'
+("`Homedir"') von GnuPG
+ab.  Dies kann sich je nach System an unterschiedlichen Orten
+befinden; für einen Benutzer mit
+dem Anmeldenamen "`Harry"' könnte es z.B.:\newline
+\verb=C:\Dokumente und Einstellungen\harry\Anwendungsdaten\gnupg= \newline
+sein.  Der geheime Schlüssel befindet sich dort in eine Datei mit dem
+Namen \verb=secring.gpg=.
+
+Dieser Schutz allein ist allerdings nicht ausreichend: Zum einen kann
+der Administrator des Rechners immer auf alle Dateien zugreifen ---
+also auch auf Ihren geheimen Schlüssel.  Zum anderen könnte der Rechner
+abhanden kommen oder durch "`Malware"' (Viren-, Würmer-,
+Trojanersoftware) kompromittiert werden. 
+
+Ein weiterer Schutz ist deswegen notwendig.  Dieser besteht aus einer
+Passphrase.
+
+Die Passphrase sollte aus einem Satz und nicht nur aus einem Wort
+bestehen. Sie müssen diese Passphrase wirklich "`im Kopf"'
+haben und niemals aufschreiben müssen.
+
+Trotzdem darf er nicht erraten werden können. Das klingt vielleicht
+widersprüchlich, ist es aber nicht. Es gibt einige erprobte Tricks,
+mit deren Hilfe man sich einen völlig individuellen, leicht zu
+merkenden und nur sehr schwer zu erratende Passphrase ausdenken
+kann.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 21
+Eine gute Passphrase kann so entstehen:
+
+Denken Sie an einen Ihnen gut bekannten Satz, z.B.: Ein blindes Huhn
+findet auch einmal ein Korn
+
+Aus diesem Satz nehmen Sie zum Beispiel jeden dritten Buchstaben:
+
+\verb-nieuf dahn lnr-
+
+%%% FIXME: Das ist eine schlechte Memotechnik --- Neu schreiben.
+
+Diesen Buchstabensalat kann man sich zunächst nicht unbedingt gut
+merken, aber man kann ihn eigentlich nie vergessen, solange man den
+ursprünglichen Satz im Kopf hat. Im Laufe der Zeit und je öfter man
+ihn benutzt, prägt sich so eine Passphrase ins Gedächtnis. Erraten
+kann ihn niemand.
+
+
+Denken Sie an ein Ereignis, das sich bereits fest in Ihrem
+persönlichen Langzeitgedächtnis verankert hat.  Vielleicht gibt es
+einen Satz, mit dem sich Ihr Kind oder Ihr Partner "`unvergesslich"'
+gemacht hat. Oder eine Ferienerinnerung, oder der Titel eines für
+Sie wichtigen Liedes.
+
+
+Verwenden Sie kleine und große Buchstaben, Nummern, Sonder- und
+Leerzeichen durcheinander. Im Prinzip ist alles erlaubt, auch "`Ö"',
+"`ß"', "`\$"' usw.
+
+Aber Vorsicht --- falls Sie Ihren geheimen Schlüssel im Ausland an
+einem fremden Rechner benutzen wollen, bedenken Sie, dass
+fremdsprachige Tastaturen diese Sonderzeichen oft nicht haben.
+Beispielsweise werden Sie kein "`ä"' auf einer englischen
+Tastatur finden.
+
+
+%% Original page  22
+Machen Sie Rechtschreibfehler, z.B. "`feLer"' statt "`Fehler"'.
+Natürlich müssen Sie sich diese "`feLer"' gut merken können.  Oder
+wechseln Sie mittendrin die Sprache.  Aus dem schönen Satz
+
+In München steht ein Hofbräuhaus
+
+könnten man beispielsweise diese Passphrase machen:
+
+\verb-inMinschen stet 1h0f breuhome-
+
+denken Sie sich einen Satz aus, der möglichst unsinnig ist, den Sie
+sich aber doch merken können, wie z.B.:
+
+Es blaut so garstig beim Walfang, neben Taschengeld, auch im Winter.
+
+Eine Passphrase in dieser Länge ist ein sicherer Schutz für den
+geheimen Schlüssel.
+
+
+Es darf auch kürzer sein, wenn Sie einige Buchstaben groß schreiben,
+z.B. so:
+
+Es blAut nEBen TaschengeLd auch im WiNter.
+
+Kürzer, aber nicht mehr so leicht merken. Wenn Sie eine noch kürzere
+Passphrase verwenden, indem Sie hier und da Sonderzeichen benutzen,
+haben Sie zwar bei der Eingabe weniger zu tippen, aber die
+Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ihre Passphrase vergessen, wird dabei
+noch größer.
+
+Ein extremes Beispiel für einen möglichst kurzen, aber dennoch sehr
+sichere Passphrase ist dieses hier:
+
+\verb-R!Qw"s,UIb *7\$-
+
+In der Praxis haben sich solche Zeichenfolgen allerdings als recht
+wenig brauchbar herausgestellt, da man einfach zu wenig Anhaltspunkte
+für die Erinnerung hat.
+
+%% Original page 23
+Eine schlechte Passphrase
+ist blitzschnell geknackt,
+wenn er:
+
+\begin{itemize}
+\item schon für einen anderen Zweck benutzt wird; z.B. für einen
+  \Email{}-Account oder Ihr Handy
+
+\item aus einem Wörterbuch stammt. Cracker lassen in Minutenschnelle
+  komplette Wörter\-bücher elektronisch über eine Passphrase laufen.
+
+\item aus einem Geburtsdatum oder einem Namen besteht.  Wer sich die
+  Mühe macht, Ihre \Email{} zu entziffern, kann auch ganz leicht an
+  diese Daten herankommen.
+
+\item ein landläufiges Zitat ist wie "`das wird böse enden"' oder "`to
+  be or not to be"'. Auch mit derartigen gängigen Zitaten testen
+  Cracker routinemäßig und blitzschnell eine Passphrase.
+
+\item aus nur einem Wort oder aus weniger als 8 Zeichen besteht.
+  Denken Sie sich eine längere Passphrase aus.
+
+\end{itemize}
+
+Wenn Sie nun Ihre Passphrase zusammenstellen, nehmen Sie auf gar
+keinen Fall eines der oben angeführten Beispiele.  Denn es liegt auf
+der Hand, dass jemand, der sich ernsthaft darum bemüht, Ihre
+Passphrase herauszubekommen, zuerst ausprobieren würde, ob Sie
+nicht eines dieser Beispiele genommen haben, falls er auch diese
+Informationen gelesen hat.
+
+Seien Sie kreativ. Denken Sie sich jetzt eine Passphrase aus.
+Unvergesslich und unknackbar.
+
+Lesen Sie dann im Handbuch "`Gpg4win für Einsteiger"', Kapitel 4 ("`Sie
+erzeugen Ihre Schlüsselpaar"') weiter.
+
+
+
+
+\clearpage
+%% Original page 24
+\section{Schlüssel im Detail}
+Der Schlüssel, den Sie erzeugt
+haben, besitzt einige
+Kennzeichen:
+\begin{itemize}
+\item die Benutzerkennung
+\item die Schlüsselkennung
+\item das Verfallsdatum
+\item das Benutzervertrauen
+\item das Schlüsselvertrauen
+\end{itemize}
+
+\textbf{Die Benutzerkennung} besteht aus dem Namen und der
+\Email{}-Adresse, die Sie während der Schlüsselerzeugung eingegeben
+haben, also z.B. \newline
+\verb=-Heinrich Heine <heinrichh@gpg4win.de>=.
+
+\textbf{Die Schlüsselkennung} verwendet die Software intern um mehrere
+Schlüssel voneinander zu unterscheiden. Mit dieser Kennung kann man
+auch nach öffentlichen Schlüsseln suchen, die auf den Keyservern
+liegen. Was Keyserver sind, erfahren Sie im folgenden Kapitel.
+
+\textbf{Das Verfallsdatum} ist normalerweise auf "`kein Verfallsdatum"'
+gesetzt. Sie können das ändern, indem Sie auf die Schaltfläche
+"`Ändern"' klicken und ein neues Ablaufdatum eintragen. Damit können
+Sie Schlüssel nur für eine begrenzte Zeit gültig erklären, zum
+Beispiel, um sie an externe Mitarbeiter auszugeben.
+
+\textbf{Das Benutzervertrauen} beschreibt das Maß an Zuversicht, das
+Sie subjektiv in den Besitzer des Schlüssel setzen, andere Schlüssel
+korrekt zu signieren.  Es kann über die Schaltfläche "`Ändern"'
+editiert werden.
+
+\textbf{Das Schlüsselvertrauen} schließlich bezeichnet das Vertrauen,
+das man gegenüber dem Schlüssels hat. Wenn man sich von der Echtheit
+eines Schlüssels überzeugt und ihn dann auch signiert hat, erhält er
+volles "`Schlüsselvertrauen"'.
+
+Diese Angaben sind für die tagtägliche Benutzung des Programms nicht
+unbedingt wichtig. Sie werden relevant, wenn Sie neue Schlüssel
+erhalten oder ändern. Wir besprechen die Punkte "`Benutzervertrauen"'
+und "`Schlüsselvertrauen"' in Kapitel \ref{ch:trust}.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 25
+\section{Die Schlüsselserver}
+Um verschlüsselt mit anderen zu kommunizieren, müssen die Partner ihre
+Schlüssel veröffentlichen und austauschen. Dazu ist --- Sie erinnern
+sich an Kapitel 1 --- keine Geheimniskrämerei notwendig, denn Ihr
+öffentlicher Schlüsselteil ist ja ganz und gar "`ungeheim"'.
+
+Im Internetzeitalter ist eine möglichst große Verbreitung Ihres
+öffentlichen Schlüssels überhaupt kein Problem. Sie können ihn z.B.
+über internationale Keyserver oder per \Email{} publizieren --- diese
+beiden Möglichkeiten haben wir Ihnen im "`Einsteiger-Handbuch"'
+vorgeschlagen. Es gibt aber noch andere:
+
+\begin{itemize}
+\item Verbreitung des Schlüssels über die eigene Homepage
+
+\item als Dateianhang an einer \Email{}
+
+\item last but not least: persönlich per USB-Stick oder Diskette
+\end{itemize}
+
+
+\clearpage
+%% Original page 26
+
+Am praktischsten ist sicher die Veröffentlichung über die Keyserver,
+die von allen Programmen nach dem OpenPGP-Standard benutzt werden
+können. Diese Möglichkeit haben wir bereits im Handbuch
+"`Gpg4win für Einsteiger"' Kapitel 6 ("`Sie veröffentlichen Ihren
+Schlüssel per Keyserver"') vorgestellt. Es genügt, den
+Schlüssel an irgendeinen der Keyserver zu senden, denn fast alle
+synchronsieren sich weltweit miteinander.
+
+\textsc{Vorsicht: Obwohl es noch keine Hinweise gibt, dass Spammer
+  Adressen wirklich von den Keyservern sammeln, so ist dies jedoch
+  technisch möglich.  Falls Sie keinen wirksamen Spamfilter benutzen,
+  sollten Sie u.U.\ von der Veröffentlichung Ihres Schlüssels auf einem
+  Keyserver absehen.}
+
+Ein Keyserver ist in Gpg4win stets voreingestellt. Ein Mausklick genügt,
+und Ihr Schlüssel ist unterwegs rund um die Welt.  Es kann ein,
+zwei Tage dauern, bis er wirklich überall verfügbar ist, aber dann
+haben Sie einen globalen Schlüssel!  Die Schlüsselserver sind
+dezentral organisiert, aktuelle Statistiken über ihre Zahl oder die
+Anzahl der dort liegenden Schlüssel gibt es nicht.
+
+\begin{center}
+\IncludeImage[width=0.3\textwidth]{keyserver-world}
+\end{center}
+
+Dieses verteilte Netz von Keyservern sorgt für eine bessere
+Verfügbarkeit und verhindert dass einzelne Systemandministratoren
+Schlüssel löschen um so die Kommunikation unmöglich zu machen
+("`Denial of Service"'-Angriff).
+
+%% Keyserver.net sind proprietar und funktionieren überhaupt nicht.
+%% Nur weil PRZ den Hersteller berät, sollte man nicht glauben, dass sie
+%% funktionieren.
+
+%%%Das OpenPGP-Netz http://www.keyserver.net/ ist zum Beispiel der
+%%%Sammelpunkt für ein ganzes Netz dieser Server, oft benutzt werden
+%%%ebenfalls http://germany.  keyserver.net/en/ oder der Keyserver des
+%%%Deutschen Forschungsnetzes DFN http://www.dfn.pca.de/pgpkserv/. 
+
+Wir raten dazu, nur moderne Keyserver zu verwendet (auf denen die SKS
+Software läuft), da nur diese mit den neueren Merkmalen von OpenPGP
+umgehen können.
+
+Hier eine Auswahl von gut funktionierenden Keyservern:
+\begin{itemize}
+\item hkp://blackhole.pca.dfn.de
+\item hkp://pks.gpg.cz
+\item hkp://pgp.cns.ualberta.ca
+\item hkp://minsky.surfnet.nl
+\item hkp://keyserver.ubuntu.com
+\item hkp://keyserver.pramberger.at
+\item http://gpg-keyserver.de
+\item http://keyserver.pramberger.at
+\end{itemize}   
+Sollte Sie Probleme mit einer Firewall haben, so versuchen Sie am
+besten die Keyserver, deren Namen mit \verb-http://- beginnen.
+
+Die Keyserver unter den Adressen
+\begin{itemize}
+\item hkp://keys.gnupg.net
+\item hkp://subkeys.pgp.net
+\end{itemize}
+sind ein Sammelpunkt für ein ganzes Netz dieser Server, es wird
+dann zufällig ein konkreter Server ausgewählt.
+
+Achtung: Der Keyserver \verb=ldap://keyserver.pgp.com= synchronisiert
+sich nicht mit den anderen Servern und sollte i.d.R. nicht benutzt
+werden.
+
+
+
+\clearpage
+%% Original page 27
+%%% FIXME: needs a rework
+Genauso einfach wie Sie einen Schlüssel hochladen, können Sie auf den
+Keyservern nach einem öffentlichen
+Schlüssel suchen.  Geben Sie in das Suchfeld den Namen des
+Schlüsselbesitzers ein oder seine \Email{}-Adresse.  Als Ergebnis sehen
+Sie etwa eine solche Ausgabe:
+
+pub 1024/1CE0C630
+2006/01/01 ... usw.
+
+und evtl. noch
+
+sig 1CE0C630 ... usw.
+sig 5B0358A2 ... usw.
+
+Alle drei Eintragungen sind Bestandteil des Schlüssels.
+
+% screenshot with the frontpage of keyserver.net - no reason to put it
+% here. In particular not keyserver.net.
+
+Sie benötigen aber nur den ersten Teil: das ist der öffentliche
+Schlüssel. Der zweite Teil ist die sogenannte Selbstzertifizierung,
+der dritte eine Bestätigung der Identität des Schlüsselinhabers.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 28
+%%% FIXME: needs a rework
+Klicken Sie nun den Link des ersten Schlüsselteils (pub usw.)  an:
+
+Sie sehen den Ihnen schon bekannten Textblock, der den eigentlichen
+öffentlichen Schlüssel bildet.
+
+Im "`Schnelleinstieg"', Kapitel 7 ("`Sie entschlüsseln eine \Email{}"')
+und 8 ("`Sie befestigen einen Schlüssel am Schlüsselbund"')
+zeigen wir Ihnen, wie man
+diesen Schlüssel importiert, d.h. am eigenen Gpg4win Schlüsselbund
+befestigt, und damit eine \Email{} an den Besitzer verschlüsselt.
+
+Diese Suche nach einem Schlüssel funktioniert auch direkt aus Gpg4win:
+Sie können einfach die \Email{}-Adresse des Schlüsselbesitzers eingeben,
+oder auch die Schlüsselkennung, falls Ihnen diese bekannt ist. Klicken
+Sie dazu auf "`Import"', und dort auf "`Schlüssel vom Key-Server
+empfangen"'.
+
+
+% screenshot: GPA import from keyserver
+
+Gpg4win sucht dann den Schlüssel, importiert ihn und zeigt ihn im
+Schlüsselverwaltungs-Fenster an.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 29
+\section{Der Schlüssel als Dateianhang}
+
+Im Einsteiger Handbuch Kapitel 5 ("`Sie veröffentlichen Ihren Schlüssel
+per \Email{}"') haben Sie gesehen, wie einfach man
+seinen öffentlichen Schlüssel per \Email{} verschicken kann. Wir haben
+dabei den Schlüssel in einen Ordner exportiert, geöffnet und in die
+Zwischenablage kopiert.  Von dort aus wurde der Schlüssel in ein
+\Email{}-Programm kopiert und schließlich versandt. Noch einfacher geht
+es, wenn man den Schlüssel --­ genau wie im vorherigen Beispiel ­--
+exportiert und dann direkt als \Email{}-Anhang verschickt.
+
+Dazu klicken Sie auf im GNU Privacy Assistant auf \Button{Export} in
+der Iconleiste und dann in dem sich öffnenden Dialog auf
+\Button{Exportieren~in~Datei}. Wählen Sie mit \Button{Durchsuchen...}
+einen geeigneten Ordner auf Ihrem PC, z.B.
+\Filename{C:\back{}Eigene Dateien\back{}} und speichern Sie
+den Schlüssel dort z.B. als \Filename{mein-key.asc}.
+
+Nun ziehen Sie den exportierten Schlüssel als Dateianhang in das
+entsprechende Fenster Ihres \Email{}programms, genauso wie jede andere
+Datei, und senden sie ihn an den Empfänger.
+
+% screenshot: GPA key export
+
+\clearpage
+%% Original page 30
+\section{PlugIns für \Email{}-Programme}
+
+Im "`Einsteiger-Handbuch"' haben wir im Kapitel 7 ("`Sie entschlüsseln
+eine \Email{}"') erwähnt, dass es PlugIns für bestimmte \Email{}-Programme
+gibt, die die Ver- und Entschlüsselung erleichtern. Die im
+Schnelleinstieg vorgestellte Methode mit dem Frontend WinPT
+funktioniert einfach und schnell, und zwar mit jedem beliebigen
+\Email{}- und Text-Programm. Trotzdem ist für viele \Email{}-Anwender ein
+spezieller Programmzusatz in ihrem Lieblings-\Email{}er ein Vorteil.
+
+Plugins für GnuPG gibt es im Moment für folgende Windows-Mailprogramme:
+
+\begin{description}
+\item[Thunderbird] mit Plugin \textbf{Enigmail},
+\item[Outlook 2003] mit Plugin \textbf{GPGol}, welches in Gpg4win
+  enthalten ist.  Läuft nur unter Windows; Outlook sollte nur dann
+  verwendet werden wenn andere organisatorische Vorgaben es
+  bedingen.
+\item[Claws Mail], welches in Gpg4win enthalten.  Hier sind im
+  Konfigurationsmenü die Plugins für "`PGP/Mime"' und "`PGP inline"'
+  zu laden, bei einer Installation über Gpg4win ist das bereits
+  geschehen.
+%\item[PostMe] nur Windows.
+%% FIXME Postme und mail: Prüfen ob noch verfügbar
+%\item[Eudora] Das Plugin wird in Gpg4win enthalten sein, falls
+%  einige rechtliche Fragen zufriedenstellend geklärt werden.
+\end{description}
+
+Desweiteren verfügen praktisch alle Mailprogramme, die unter GNU/Linux oder
+anderen Unix Varianten laufen, über komfortablen und integrierten
+GnuPG Support.
+
+Da sämtliche Komponenten des Gpg4win Pakets als Freie Software
+entstehen, ist die Entwicklung stark im Fluss.
+
+Aktuelle Informationen über die Komponenten finden Sie unter www.gpg4win.de.
+
+Informationen zu den Themen IT-Sicherheit, Gpg4win, GnuPG und anderer Software finden
+Sie auf der Website www.bsi-fuer-buerger.de und www.bsi.de des Bundesamtes für
+Sicherheit in der Informationstechnik.
+
+\clearpage
+%% Original page 31
+\section{Die Schlüsselprüfung}
+\label{ch:trust}
+
+Woher wissen Sie eigentlich, dass der fremde öffentliche Schlüssel
+wirklich vom Absender stammt? Und umgekehrt --- warum sollte Ihr
+Korrespondenzpartner glauben, dass der öffentliche Schlüssel, den Sie
+ihm geschickt haben, auch wirklich von Ihnen stammt?  Die
+Absenderangabe auf einer \Email{} besagt eigentlich gar nichts.
+
+Wenn Ihre Bank z.B. eine \Email{} mit Ihrem Namen und der Anweisung
+erhält, Ihre sämtliche Guthaben auf ein Nummernkonto auf den Bahamas
+zu überweisen, wird sie sich hoffentlich weigern --- \Email{}-Adresse
+hin oder her.  Eine \Email{}-Adresse besagt überhaupt nichts über die
+Identität des Absenders.
+
+Wenn Sie nur einen kleinen Kreis von Korrespondenzpartnern haben, ist
+die Sache mit der Identität schnell geregelt: Sie prüfen den
+Fingerabdruck des anderen Schlüssels.
+
+Jeder öffentliche Schlüssel trägt eine einmalige Kennzeichnung, die
+ihn zweifelsfrei identifiziert; besser noch als ein Fingerabdruck
+einen Menschen.  Deshalb bezeichnet man diese Kennzeichnung eben als
+"`Fingerprint"'.
+
+\clearpage
+
+Wenn Sie einen Schlüssel im GNU Privacy Assistant anklicken, sehen Sie
+im unteren Teil des Fensters u.a. den Fingerprint:
+
+% screenshot:  GPA key listing with fingerprint
+\begin{center}
+\IncludeImage[width=0.9\textwidth]{sc-gpa-two-keys}
+\end{center}
+
+Der Fingerprint von Adeles Schlüssel ist also:
+\begin{verbatim}
+DD87 8C06 E8C2 BEDD D4A4  40D3 E573 3469 92AB 3FF7
+\end{verbatim}
+
+
+
+\clearpage
+%% Original page 32
+
+Wie gesagt --- der Fingerprint identifiziert den Schlüssel und seinen
+Besitzer eindeutig.
+
+Rufen Sie Ihren Korrespondenzpartner einfach an, und lassen Sie sich
+von ihm den Fingerprint seines Schlüssels vorlesen.  Wenn die Angaben
+mit dem Ihnen vorliegenden Schlüssel übereinstimmen, haben Sie
+eindeutig den richtigen Schlüssel.
+
+Natürlich können Sie sich auch persönlich mit dem Eigentümer des
+Schlüssels treffen oder auf jedem anderen Wege mit ihm kommunizieren,
+solange Sie ganz sicher sind, dass Schlüssel und Eigentümer zusammen
+gehören.  Häufig ist der Fingerprint auch auf Visitenkarten abgedruckt;
+wenn Sie also eine authentische Visitenkarte haben, so können Sie sich
+den Anruf ersparen.
+
+%%% FIXME Muss neu geschrieben werden von HIER...
+
+Nachdem Sie sich "`per Fingerabdruck"' von der Echtheit des
+öffentlichen Schlüssel überzeugt haben, sollten Sie ihn signieren.
+Damit teilen Sie anderen Gpg4win-Benutzern mit, dass Sie diesen Schlüssel
+für echt halten: Sie übernehmen so etwas wie die "`Patenschaft"' über
+diesen Schlüssel und erhöhen das allgemeine Vertrauen in seine
+Echtheit.
+
+Klicken Sie dazu den betreffenden Schlüssel an und wählen Sie dann
+"`Signieren"' aus der GPA-Menüleiste. Klicken Sie im nun folgenden
+Hinweis nur dann auf \Button{Ja}, wenn Sie hundertprozentig sicher sind, den
+richtigen Schlüssel zu signieren.
+
+%% Original page 33
+
+Geben Sie nun Ihre Passphrase ein und klicken Sie auf \Button{OK}.
+Damit haben Sie mit Ihrem geheimen Schlüssel die Echtheit des
+Schlüssels bestätigt.
+
+Da --- wie Sie wissen --- geheimer und öffentlicher Schlüssel
+untrennbar zusammengehören, kann jedermann mit Hilfe Ihres
+öffentlichen Schlüssels überprüfen, dass diese Signatur von Ihnen
+stammt und dass der Schlüssel nicht verändert wurde, also authentisch
+ist.  Damit ist für einen Dritten --- wenn auch indirekt --- ein
+gewisses Vertrauen in die Echtheit und Gültigkeit des signierten
+Schlüssels gegeben.
+
+\clearpage
+%% Original page 34
+
+\textbf{Das Netz des Vertrauens}
+
+So entsteht --- auch über den Kreis von
+Gpg4win-Benutzern Ihrer täglichen Korrespondenz hinaus --- ein "`Netz
+des Vertrauens"', bei dem Sie nicht mehr zwangsläufig darauf
+angewiesen sind, einen Schlüssel direkt zu prüfen.
+
+\begin{center}
+\IncludeImage[width=0.9\textwidth]{key-with-sigs}
+\end{center}
+
+Natürlich steigt das Vertrauen in die Gültigkeit eines Schlüssels,
+wenn mehrere Leute ihn signieren. Ihr eigener öffentlicher Schlüssel
+wird im Laufe der Zeit die Signatur vieler anderer GnuPG-Benutzer
+tragen. Damit können immer mehr Menschen darauf vertrauen, dass dieser
+öffentliche Schlüssel wirklich Ihnen und niemandem sonst gehört.
+
+Wenn man dieses "`Web of Trust"' weiterspinnt, entsteht eine flexible
+Beglaubigungs-Infra\-struktur.
+
+Eine einzige Möglichkeit ist denkbar, mit dem man diese
+Schlüsselprüfung aushebeln kann: jemand schiebt Ihnen einen falschen
+öffentlichen Schlüssel unter. Also einen Schlüssel, der vorgibt, von X
+zu stammen, in Wirklichkeit aber von Y ausgetauscht wurde.  Wenn ein
+solcher gefälschter Schlüssel signiert wird, hat das "`Netz des
+Vertrauens"' natürlich ein Loch. Deshalb ist es so wichtig, sich zu
+vergewissern, ob ein öffentlicher Schlüssel, wirklich zu der Person
+gehört, der er zu gehören vorgibt.
+
+Was aber, wenn eine Bank oder Behörde überprüfen möchte, ob die
+Schlüssel ihrer Kunden echt sind? Alle anzurufen, kann hier sicher
+nicht die Lösung sein\ldots
+
+
+\clearpage
+%% Original page 35
+\textbf{Zertifizierungsinstanzen}
+
+Hier braucht man eine "`übergeordnete"' Instanz, der alle Benutzer
+vertrauen können.  Sie überprüfen ja auch nicht persönlich den
+Personalausweis eines Unbekannten durch einen Anruf beim
+Einwohnermeldeamt, sondern vertrauen darauf, dass die ausstellende
+Behörde diese Überprüfung korrekt durchgeführt und beglaubigt hat.
+
+Solche Zertifizierungsinstanzen gibt es auch bei der Public-Key
+Verschlüsselung. In Deutschland bietet unter anderem z.B. die
+Zeitschrift c't schon lange einen solchen Dienst kostenlos an, ebenso
+wie viele Universitäten.
+
+Wenn man also einen öffentlichen Schlüssel erhält, dem eine
+Zertifizierungsstelle per Signatur seine Echtheit bestätigt, kann man
+sich darauf verlassen.
+
+Derartige Beglaubigungsinstanzen oder "`Trust Center"' sind auch bei
+anderen Verschlüsselungssystemen vorgesehen, allerdings sind sie
+hierarchisch strukturiert: es gibt eine "`Oberste
+Beglaubigungsinstanz"', die "`Unterinstanzen"' mit dem Recht zur
+Beglaubigung besitzt.
+
+Am besten ist diese Infrastruktur mit einem Siegel vergleichbar: die
+Plakette auf Ihrem Autonummernschild kann Ihnen nur eine dazu
+berichtigte Institution geben, die die Befugnis dazu wiederum von einer
+übergeordneten Stelle erhalten hat.
+
+
+%% Original page 36
+
+Mit der hierarchischen Zertifizierungs-Infrastruktur entspricht dieses
+Modell natürlich wesentlich besser den Bedürfnissen staatlicher und
+behördlicher Instanzen als das lose, auf gegenseitigem Vertrauen
+beruhende "`Web of Trust"' der GnuPG- und PGP-Modelle. Der Kern der
+Beglaubigung selbst ist allerdings völlig identisch: wenn man in
+Gpg4win zusätzlich eine hierarchische Zertifizierungsstruktur einbauen
+würde, dann würde auch Gpg4win dem strengen Signaturgesetz der
+Bundesrepublik entsprechen.
+
+Wenn Sie sich weiter für dieses Thema interessieren (das zum Zeitpunkt
+der Arbeit an dieser Gpg4win-Ausgabe gerade in Bewegung ist), dann
+können Sie sich an der Quelle informieren: die Website "`\xlink{Sicherheit im
+Internet}{http://www.sicherheit-im-internet.de}"' des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie
+\T(\href{http://www.sicherheit-im-internet.de}{www.sicherheit-im-internet.de})
+hält Sie über dieses und viele andere
+Themen aktuell auf dem Laufenden.
+
+Eine weitere exzellente, mehr technische Informationsquelle zum Thema
+der Beglaubigungsinfrastrukturen bietet das 
+\xlink{Original GnuPG Handbuch}{http://www.gnupg.org/gph/de/manual},
+das Sie ebenfalls im Internet finden
+\T(\href{http://www.gnupg.org/gph/de/manual}{www.gnupg.org/gph/de/manual})%
+.
+
+%%% .. bis hier FIXME
+
+\clearpage
+%% Original page 37
+\section{\Email{}s signieren}
+
+Ganz am Anfang dieses Handbuchs haben wir die \Email{}-Kommunikation mit
+dem Versenden einer Postkarte verglichen. Erst die Verschlüsselung
+macht daraus einen Brief mit verschlossenem Umschlag, den nicht mehr
+jedermann lesen kann.
+
+Gpg4win bietet zusätzlich zur kompletten Verschlüsselung einer \Email{}
+noch eine weitere Möglichkeit:
+\begin{itemize}
+\item man kann seine \Email{} signieren, mit anderen Worten die \Email{}
+  mit einer elektronischen Unterschrift versehen. Der Text ist dann zwar noch
+  für jeden lesbar, aber der Empfänger kann sicher sein, dass die
+  \Email{} unterwegs nicht manipuliert oder verändert wurde.
+\end{itemize}
+
+Außerdem garantiert die Signatur dem Empfänger, dass die Nachricht
+auch tatsächlich vom Absender stammt. Und: wenn man mit jemandem
+korrespondiert, dessen öffentlichen Schlüssel man ­-- aus welchem
+Grund auch immer --- nicht hat, kann man so die Nachricht wenigstens
+mit dem eigenen privaten Schlüssel "`versiegeln"'.
+
+Verwechseln Sie diese elektronische Signatur nicht mit den
+\Email{}-"`Signaturen"', die man unter eine \Email{} setzt und die zum
+Beispiel Ihre Telefonnummer, Ihre Adresse und Ihre Webseite enthalten.
+
+Während diese \Email{}-Signaturen einfach nur als eine Art Visitenkarte
+fungieren, schützt die elektronische Signatur Ihre \Email{} vor
+Manipulationen und bestätigt den Absender.
+
+Übrigens ist diese elektronische Unterschrift auch nicht mit der
+qualifizierten digitalen Signatur gleichzusetzen, wie sie im
+Signaturgesetz vom 22.\,Mai 2001 in Kraft getreten ist. Für die
+private oder berufliche \Email{}-Kommunikation erfüllt sie allerdings
+genau denselben Zweck.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 38
+\subsection{Signieren mit dem Geheimschlüssel}
+
+Tatsächlich ist die Signierung einer \Email{} noch einfacher als die
+Verschlüsselung: Wie im "`Einsteiger-Handbuch"' im Kapitel 9, "`Sie
+verschlüsseln eine \Email{}"', besprochen, schreiben Sie Ihre Nachricht
+und kopieren sie mit dem Menübefehl "`Kopieren"' oder mit dem
+Tastaturkürzel Strg+C in die Zwischenablage (Clipboard) Ihres
+Rechners.
+
+Sie können nun entscheiden ob Sie eine völlig unverschlüsselte, eine
+signierte oder eine komplett verschlüsselte Mail versenden wollen ­--
+je nachdem, wie wichtig und schutzbedürftig der Inhalt ist.
+
+Dann öffnen Sie WinPT mit der rechten Maustaste aus der Windows-Taskbar
+und wählen im erscheinenden WinPT Menü
+\Menu{Zwischenablage$\rightarrow$Signieren} aus.  Anders als beim
+Verschlüsseln öffnet sich daraufhin ein Fenster mit Ihrem eigenen
+Schlüssel. Denn:
+
+\textbf{Signieren können Sie nur mit Ihrem eigenen geheimen Schlüssel.}
+
+Logisch, denn nur Ihr eigener Schlüssel bestätigt Ihre Identität. Der
+Korrespondenzpartner kann nun mit Ihrem öffentlichen Schlüssel, den er
+bereits hat oder sich besorgen kann, Ihre Identität überprüfen.  Denn
+nur Ihr Geheimschlüssel passt ja zu Ihrem öffentlichen Schlüssel.
+
+Klicken Sie also auf Ihren eigenen Schlüssel und bestätigen Sie mit
+\Button{OK}. Im folgenden Fenster geben Sie Ihre geheime
+Passphrase ein und bestätigen Sie wieder mit \Button{OK}. Ein
+kurzer Hinweis erscheint sobald der Text signiert ist. Jetzt müssen
+Sie Ihren signierten Text nur noch in Ihr \Email{}- oder Textprogramm
+einfügen (Im WindowsMenü "`Einfügen"' oder einfach Strg+V).
+
+% screenshot: WinPT signing - enter passphrase
+\begin{center}
+\IncludeImage{sc-winpt-sign-passwd}
+\end{center}
+
+\clearpage
+%% Original page 39
+Ihre Nachricht ist nun am Anfang und Ende von einer Signatur
+eingerahmt:
+
+\begin{verbatim}
+-----BEGIN PGP SIGNED MESSAGE-----
+Hash: SHA1
+
+Werte Adele,
+
+Wenn ich in deine Augen seh,
+So schwindet all mein Leid und Weh;
+Doch wenn ich küsse deinen Mund,
+So werd ich ganz und gar gesund.
+
+    Harry
+-----BEGIN PGP SIGNATURE-----
+Version: GnuPG v1.4.3-cvs (MingW32)
+
+iD8DBQFD36LVVyUTMs2Gh/YRAn2sAJ4wH2h8g+rFyxXQSsuYzZWzYMKTdgCeK0sK
+CEL3//4INzHUNA/eqR3XMi0=
+=tiQ5
+-----END PGP SIGNATURE-----
+\end{verbatim}
+
+Wenn Frau Adele diese \Email{}
+erhält, kann sie sicher sein,
+\begin{enumerate}
+\item dass die Nachricht von Herrn Heine stammt
+\item dass sie nicht verändert wurde
+\end{enumerate}
+
+Hätte zum Beispiel jemand das "`gesund"' in dem obigen Beispiel zu
+"`krank"' verändert, wäre die Signatur "`gebrochen"', dass heißt, die
+\Email{} wäre mit dem Vermerk "`Bad signature"' oder "`Überprüfung
+fehlgeschlagen"' beim Empfänger versehen, sobald die Signatur
+überprüft wird.
+
+\clearpage
+%% Original page 40
+\subsection{Andere Gründe für eine gebrochene Signatur}
+
+Es gibt aber noch zwei weitere Gründe, die zu einem Bruch der Signatur
+führen können. Wenn Sie eine \Email{} mit dem Vermerk "`Bad signature"'
+oder "`Überprüfung fehlgeschlagen"' erhalten, ist das ein Warnsignal,
+muss aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass Ihre \Email{} manipuliert
+wurde.
+
+\begin{enumerate}
+\item aufgrund der technischen Gegebenheiten ist es nicht
+  auszuschließen, dass die \Email{} durch eine fehlerhafte Übertragung
+  über das Internet verändert wurde.
+\item das \Email{}-Programm des Absenders oder Empfängers kann falsch eingestellt sein.
+  Wenn man eine signierte \Email{} verschickt, sollte man unbedingt
+  darauf achten, dass im \Email{}-Programm alle Optionen ausgeschaltet
+  sind, die \Email{} schon beim Versand verändern. Dazu zählt
+  "`HTML-Mails"' und "`Word Wrap"'.
+
+  "`Word Wrap"' bezeichnet den Umbruch von Zeilen in der \Email{}. Beides
+  verändert natürlich die \Email{} und "`bricht"' die Signatur, obwohl
+  niemand sie willentlich verändert hat.  Bei Outlook Express
+  beispielsweise muss diese Option unter "`Extras / Optionen / Senden /
+  NurText-Einstellungen / Textkodierung mit Keine"' aktiviert sein,
+  wie es auch standardmäßig voreingestellt ist.
+\end{enumerate}
+   
+Häufig ist sind falsche Einstellungen am \Email{}-Programm der Grund für
+eine gebrochene Signatur.  In beiden Fällen sollte man die \Email{}
+erneut anfordern.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 41
+\subsection{Dateien signieren}
+
+Nicht nur \Email{}s, auch Dateien --­ z.B. ein PDF-Dokument --- kann
+man signieren, bevor man sie per \Email{} verschickt oder per Diskette
+weitergibt. Auch dabei kommt es nicht vorrangig auf die Geheimhaltung,
+sondern auf die Unverändertheit der Datei an.  
+
+Diese Funktion können Sie bequem mit GPGee aus dem Kontextmenü des
+Explorers ausführen.  Dazu öffnen Sie dessen Menü mit der rechten
+Maustaste:
+
+% screenshot GPGee contextmenu
+\begin{center}
+\IncludeImage{sc-gpgee-ctxmenu}
+\end{center}
+
+Dort wählen Sie \Menu{signieren} aus, woraufhin das folgende Fenster
+erscheint:
+
+\begin{center}
+\IncludeImage{sc-gpgee-signmenu}
+\end{center}
+
+Sie sehen in der Mitte eine Möglichkeit den Signaturschlüssel
+auszuwählen --- nutzen Sie dies, falls Sie mit einem anderen als
+Ihrem Standardschlüssel signieren möchten.
+
+Die drei Rahmen im unter Teil steuern die Signatur/Verschlüsselungs-Funktion;
+die Vorgaben sind in
+den meisten Fällen richtig.  Die linke untere Box, steuert die
+Verschlüsselung.  Da Sie lediglich signieren möchten ist hier
+"`Keine"' ausgewählt.
+
+In der mittleren Box können Sie die Art der Signatur wählen. Sie
+verwenden hier am besten eine "`abgetrennte"' Signatur; dies bedeutet,
+dass die zu signierende Datei unverändert bleibt und eine zweite Datei
+mit der eigentlichen Signatur erzeugt wird.  Um die Signatur später zu
+überprüfen sind dann beide Dateien notwendig.
+
+In der rechten Box finden Sie noch weitere Optionen.  "`Textausgabe"'
+ist dort vorgegeben.  Dies erzeugt eine abgetrennte Signaturdatei mit
+einem Dateinamen der auf "`.asc"' endet und die direkt mit jedem
+Texteditor lesbar ist --- sie würden dort den Buchstaben- und
+Ziffernsalat sehen, den Sie bereits kennen.  Wenn diese Option nicht
+ausgewählt ist, so wird eine Datei mit der Endung "`.sig"' erzeugt,
+die dann nicht direkt lesbar ist (binäre Datei).  Was Sie hier
+benutzen ist eigentlich gleichgültig; Gpg4win kommt mit beiden Arten
+klar.
+
+Zum Überprüfen der Unverändertheit und der Authentizität
+müssen die Original- und die signierte Datei im selben
+Verzeichnis liegen.  Man öffnet die signierte Datei --- also die mit der
+Endung "`.sig"' oder "`.asc"' --- wieder aus dem Kontextmenü des Explorers
+mit \Menu{GPGee$\rightarrow$Überprüfen/Entschlüsseln }.
+
+Daraufhin erhalten Sie eine Ausgabe, ob die Signatur gültig ist ---
+also die Datei nicht verändert wurde.  Selbst wenn nur ein Zeichen
+hinzugefügt, gelöscht oder geändert wurde, wird die Signatur als
+ungültig angezeigt.
+
+\clearpage
+%% Original page 42
+\subsection{Verschlüsseln und signieren}
+
+Normalerweise verschlüsselt man eine Nachricht mit dem öffentlichen
+Schlüssel des Korrespondenzpartners, der ihn mit seinem privaten
+Schlüssel entschlüsselt.
+
+Die umgekehrte Möglichkeit ­-- man würde mit dem privaten Schlüssel
+verschlüsseln ---, ist technisch nicht möglich und macht keinen Sinn,
+weil alle Welt den dazugehörigen öffentlichen Schlüssel kennt und die
+Nachricht damit entschlüsseln könnte.
+
+Es gibt aber ein anderes Verfahren um mit Ihrem geheimen Schlüssel
+eine Datei zu erzeugen: Die Signatur, wie wir sie oben bereits
+beschrieben haben.  Solch eine digitale Signatur bestätigt eindeutig
+die Urheberschaft --­ denn wenn jemand Ihren öffentlichen Schlüssel
+auf diese Datei (die Signatur) anwendet und die Ausgabe dieser Prüfung
+ist "`gültig"', so kann diese Datei nur von Ihrem privaten Schlüssel
+kodiert worden sein.  Und zu dem dürfen ja nur Sie selbst Zugang
+haben.
+
+Wenn man ganz sicher gehen will, kann man beide Möglichkeiten
+kombinieren, also die \Email{} verschlüsseln und signieren:
+
+\begin{enumerate}
+\item Man signiert die Botschaft mit seinem eigenen geheimen
+  Schlüssel. Damit ist die Urheberschaft nachweisbar.
+\item dann verschlüsselt man den Text mit dem öffentlichen Schlüssel
+  des Korrespondenzpartners.
+\end{enumerate}
+
+Damit hat die Botschaft sozusagen zwei Briefumschläge:
+
+\begin{enumerate}
+\item einen Innenumschlag der mit einem Siegel verschlossen ist (die
+  Signatur mit dem eigenen privaten Schlüssel) und
+\item einen soliden äußeren Umschlag (die Verschlüsselung mit dem
+  öffentlichen Schlüssel des Korrespondenzpartners).
+\end{enumerate}
+
+Der Briefpartner öffnet die äußere, starke Hülle mit seinem eigenen
+geheimen Schlüssel.  Hiermit ist die Geheimhaltung gewährleistet, denn
+nur dieser Schlüssel kann den Text dekodieren. Die innere, versiegelte
+Hülle öffnet er mit Ihrem öffentlichen Schlüssel und hat den Beweis
+Ihrer Urheberschaft, denn wenn Ihr öffentlicher Schlüssel passt, kann
+er nur mit Ihrem Geheimschlüssel kodiert worden sein.
+
+Sehr trickreich und ­-- wenn man ein wenig darüber nachdenkt --­ auch
+ganz einfach.
+
+\clearpage
+%% Original page 43
+
+\section{Dateianhänge verschlüsseln}
+
+Was tun, wenn Sie zusammen mit Ihrer \Email{} eine Datei versenden und
+diese ebenfalls verschlüsseln wollen? Die Verschlüsselung, wie wir sie
+in Kapitel 9 von "`Gpg4win für Einsteiger"' erklärt haben, erfasst nur
+den Text der \Email{}, nicht aber eine gleichzeitig versandte,
+angehängte Datei. 
+
+Ganz einfach: Sie verschlüsseln den Anhang getrennt und hängen ihn
+dann in verschlüsseltem Zustand an die \Email{} an.
+
+Und zwar so:
+
+Klicken Sie die Datei mit der rechten Maustaste an und wählen Sie aus
+dem Menü \linebreak \Menu{GPGee$\rightarrow$Verschlüsseln (PK)}.  Sie
+sehen daraufhin das Fenster welches Sie schon im Kapitel "`Dateien
+signieren"' kennengelernt haben.
+
+Hier ist nun in der unteren linken Box "`Public-Key"' markiert.  Sie
+müssen jetzt im oberen Fenster auswählen, an welche Empfänger sie
+verschlüsseln wollen,  kreuzen Sie einfach die entsprechenden Schlüsseln an.
+
+Möchten Sie diese Datei (und damit auch den Dateianhang) auch noch
+signieren, so können Sie dies in der mittleren unteren Box auswählen
+("`Angehängt"').
+
+Die Datei wird verschlüsselt und mit der Endung \verb-.gpg- im
+gleichen Ordner abgelegt wie die Originaldatei. Nun kann die
+verschlüsselte Datei wie jede andere als Attachment an eine \Email{}
+angehängt werden.
+
+Viele Mailprogramme unterstützten das PGP/MIME Format, welches
+automatisch die Mail samt Anhängen verschlüsselt --- in diesem Fall
+sollte das hier beschrieben Verfahren nicht angewandt werden.  Einige
+anderer Mailprogramme verfügen über eine Option die das oben
+beschrieben Verfahren automatisch durchführen.
+
+
+\clearpage
+\section{Dateien: Verschlüsselung und Signaturen}
+
+Dieser Abschnitt ist noch nicht ausformuliert.
+Er wird die Anwendung von GpgEX beschreiben.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 45
+\section{Im- und Export eines geheimen Schlüssels}
+
+Im "`Schnellstart"'-Handbuch haben wir in den Kapiteln 5, 6 und 8 den
+Im- und Export eines öffentlichen Schlüssels besprochen. Wir haben
+Ihren eigenen öffentlichen Schlüssel exportiert, um ihn zu
+veröffentlichen, und wir haben den öffentlichen Schlüssel Ihres
+Korrespondenzpartners importiert und "`am Schlüsselbund"' befestigt.
+
+Dabei ging es stets um den öffentlichen Schlüssel. Es gibt aber auch
+hin und wieder die Notwendigkeit, einen geheimen Schlüssel zu im- oder
+exportieren. Wenn Sie zum Beispiel einen bereits vorhandenen
+PGP-Schlüssel mit Gpg4win weiterbenutzen wollen, müssen Sie ihn
+importieren.  Oder wenn Sie Gpg4win von einem anderen Rechner aus
+benutzen wollen, muss ebenfalls zunächst der gesamte Schlüssel dorthin
+transferiert werden --­ der öffentliche und der private Schlüssel.
+
+%\clearpage
+%% Original page 46
+
+Wir gehen im folgenden von der zur Zeit aktuellen PGP-Version 7 aus, in allen
+anderen ist der Vorgang ähnlich.
+
+Zunächst speichern Sie beiden PGP-Schlüsselteile ab. Dazu müssen Sie
+in "`PGPkeys"' Ihren Schlüssel anklicken und "`Keys / Export"'
+anwählen. Auf dem Dateiauswahldialog "`Export Key to File"' sehen Sie
+unten links eine Checkbox "`Include Private Keys"', den Sie anklicken
+und mit einem Häkchen versehen müssen. PGP speichert beide
+Schlüsselteile in eine Datei ab, die Sie entsprechend benennen, zum
+Beispiel \Filename{geheimer-key.asc}.  
+
+Öffnen Sie nun GPA oder WinPT und importieren sie einfach diese Datei.
+Es werden dann sowohl der geheime als auch der öffentliche Schlüssel
+importiert; sie sind dann sofort sichtbar. \textbf{Löschen Sie danach
+  unbedingt die Datei \Filename{geheimer-key.asc} wieder und entfernen
+  Sie diesen auch aus dem "`Papierkorb"'.}  Damit haben Sie einen
+PGP-Schlüssel erfolgreich in Gpg4win importiert und können ihn dort
+genau wie einen normalen GnuPG-Schlüssel benutzen.
+
+Es kann in einigen Fällen vorkommen, dass Sie einen importierten
+Schlüssel nicht direkt benutzen können.  Dies äußert sich darin, dass
+Sie die richtige Passphrase eingeben, dieser aber nicht akzeptiert
+wird.  Das kommt daher, dass einige Versionen von PGP intern den
+IDEA Algorithmus verwenden.  Dieser kann von GnuPG aus rechtlichen
+Gründen nicht unterstützt werden.  Um das Problem zu beheben,
+ändern Sie in PGP einfach die Passphrase und
+exportieren/importieren Sie den Schlüssel erneut.  Sollte dies auch
+nicht funktionieren, so setzen Sie die Passphrase in PGP auf
+"`leer"'; d.h. auf keinen Schutz und exportieren/importieren Sie wieder
+--- In diesem Fall müssen Sie unbedingt sicherstellen, sowohl die
+\textbf{Datei sicher zu löschen als auch in PGP und in Gpg4win danach wieder
+  eine echte Passphrase zu setzen.}
+
+\clearpage
+%% Original page 47
+\subsection{Export eines GnuPG-Schlüssels}
+
+Immer wenn Sie einen GnuPG-Schlüssel auf einen anderen Rechner
+transferieren oder auf einer anderen Festplattenpartition bzw. einer
+Sicherungsdiskette speichern wollen, müssen Sie mit WinPT oder GPA ein Backup erstellen.
+Dies entspricht dem Backup, welches Sie bei der Schlüsselerzeugung
+auch schon durchgeführt haben.  Da Ihr Schlüssel inzwischen weitere
+Schlüsselunterschriften haben kann, sollte Sie es erneut durchführen.
+
+Klicken Sie in der GPA-Schlüsselverwaltung den Schlüssel an, den Sie sichern
+wollen und wählen
+Sie dann den Menüpunkt \Menu{Schlüssel$\rightarrow$Sicherheitskopie anlegen}.
+
+% screenshot: GPA, Backup erzeugen
+\begin{center}
+\IncludeImage[width=0.6\textwidth]{sc-gpa-gen-backup}
+\end{center}
+
+Bestätigen Sie den Dateinamen oder wählen Sie einen anderen und GPA
+wird eine Sicherheitskopie bestehend aus dem geheimen und öffentlichen
+Schlüssel anlegen. Danach werden Sie noch daran erinnert, dass Sie
+diese Datei sehr sorgfältig zu handhaben ist:
+
+% screenshot: GPA, Backup Hinweis
+\begin{center}
+\IncludeImage[width=0.6\textwidth]{sc-gpa-gen-backup-warn}
+\end{center}
+
+
+Beim Import, also zum Beispiel auf einem anderen Rechner, importieren
+Sie einfach diese Sicherheitskopie in WinPT oder GPA.
+Gpg4win wird dann sowohl den
+geheimen als auch den öffentlichen Schlüssel aus dieser Datei
+importieren.
+
+Damit haben Sie erfolgreich einen GnuPG-Schlüssel exportiert und
+wieder importiert.
+
+\clearpage
+\section{Systemweite Konfigurationen und Vorbelegungen für S/MIME}
+
+Im Rahmen von Softwareverteilung oder sonstigen Umgebungen
+in denen viele Anwender auf einem System arbeiten,
+ist es sinnvoll einige systemweite Vorgaben und Vorberlegungen
+für Gpg4win einzurichten.
+
+Einige typische systemweite Einrichtungen sind:
+
+\begin{itemize}
+\item Vertrauenswürdige Wurzel-Zertifikate
+
+       Um zu vermeiden, dass jeder Anwender selbst die notwendigen
+       Wurzelzertifikate suchen und installieren sowie Vertrauenswürdigkeit
+       prüfen und setzen muss, ist eine systemweite Vorbelegung der
+       wichtigsten Wurzel-Zertifikate sinnvoll.
+
+       Dafür sind folgende Schritte durchzuführen:
+       \begin{enumerate}
+       \item Die Wurzel-Zertifkate ablegen wie unter Abschnitt \ref{trustedrootcertsdirmngr}
+               beschrieben.
+       \item Die vertrauenswürdigen Wurzeln definieren wie unter Abschnitt \ref{systemtrustedrootcerts}
+               beschrieben.
+       \end{enumerate}
+
+\item Direkt verfügbare CA-Zertifkate
+
+       Um den Anwendern zusätzlich die Mühe zu ersparen, die Zertifkate der Zertifizierungsstellen
+       (Certificate Authorities, CAs) zu suchen und zu importieren, ist auch hier
+       eine systemweite Vorbelegung der wichtigesten CA-Zertifkate sinnvoll.
+
+       Folgen Sie dazu der Beschreibung unter Abschnitt \ref{extracertsdirmngr}
+
+\item Proxy für Verzeichnisdienst-Suche
+
+       Es kommt vor, dass interne Netzwerke keine direkten Verbindungen der einzelnen
+       Systeme nach aussen zulassen, sondern einen sogenannten Proxy vorsehen.
+
+       Ist dies in Ihrem Netzwerk auch für die bei GnuPG bzw. S/MIME wichtigen
+       LDAP-Abfragen, so führen Sie folgende Schritte durch:
+
+       \begin{enumerate}
+       \item Stellen Sie Verzeichnisdienst-Suchen auf Ihren Proxy wie unter Abschnitt \ref{ldapservers} ein.
+       \item Stellen Sie Sperrlisten-Suchen auf Ihren Proxy ein, in dem Sie einen Eintrag
+               wie beispielsweise \verb@http-proxy http://proxy.mydomain.example:8080@ (ggf. analog
+               für LDAP) als Administrator in die Datei\newline
+               \Filename{C:\back{}Programme\back{}GNU\back{}GnuPG\back{}etc\back{}dirmngr\back{}dirmngr.conf}\newline
+               eintragen.
+       \end{enumerate}
+\end{itemize}
+
+\clearpage
+\section{Bekannte Probleme und was man tun kann}
+
+\subsection{GpgOL Menüs und Dialog nicht mehr in Outlook zu finden}
+
+Es kann vorkommen, dass trotz Aktualisierung von Gpg4win
+die Menüs und Dialog die von GpgOL zu Outlook hinzugefügt
+werden nicht mehr zu finden sind.
+
+Das ist dann der Fall wenn ein technisches Problem auftrat
+und Outlook aus diesem Grund das GpgOL Element deaktiviert.
+
+Reaktivieren Sie GpgOL über das Menü
+,,Hilfe-> Info-> Deaktivierte Elemente''.
+
+\subsection{Systemdienst ,,DirMngr'' läuft nicht}
+
+,,DirMngr'' ist ein über Gpg4win installierter Dienst der
+die Zugriffe auf Verzeichnisdienste
+(z.B. LDAP) verwaltet. Eine der häufigsten Aufgaben ist das Laden
+von Sperrlisten für S/MIME Zertifikate.
+
+Es kann vorkommen, dass die S/MIME Operationen (Signatur, Prüfung,
+Ver- oder Entschlüsselung) nicht durchgeführt werden können, weil
+,,DirMngr'' nicht verfügbar ist. In der Voreinstellung von Gpg4win
+ist es zwingend notwendig, dass ,,DirMngr'' die Sperrliste prüft,
+geschieht das nicht, darf die jeweilige Operation nicht ausgeführt
+werden da möglicherweise ein kompromittiertes Zertifkat genutzt wird.
+
+Abhilfe: Neustart des ,,DirMngr'' durch den Systemadministrator.
+Dies erfolgt über Systemsteuerung -> Verwaltung -> Dienste:
+In der Liste finden Sie ,,DirMngr'' -
+über das Kontextmenü kann der Dienst neu gestartet werden.
+
+\clearpage
+\section{Wo finde ich die Dateien und Einstellungen von Gpg4win?}
+
+\subsection{Persönliche Einstellungen der Anwender}
+
+Die persönlichen Einstellungen für jeden Anwender befinden sich
+im Verzeichnis \Filename{\%APPDATA\%\back{}gnupg}. Oft entspricht das dem
+Verzeichnis \newline
+\Filename{C:\back{}Dokumente und Einstellungen\back{}name\back{}Anwendungsdaten\back{}gnupg}.
+
+Beachten Sie, dass es sich um ein verstecktes Verzeichnis handelt.
+Im Explorer müssen Sie über das Menü ,,Extras-> Ordneroptionen''
+dann im Reiter ,,Ansicht'' für ,,Versteckte Dateien und Ordner''
+auf ,,Alle Dateien und Ordner anzeigen'' umstellen.
+
+In diesem Ordner befinden sich sämtliche persönlichen GnuPG Daten,
+also die persönlichen Schlüssel, Zertifikate, Vertrauenseinstellungen und
+Programmkonfigurationen.
+\\
+
+\subsection{Zwischengespeicherte Sperrlisten}
+
+Der systemweite Dienst ,,DirMngr'' prüft unter anderem ob
+ein Zertifkate gesperrt und daher nicht verwendet werden darf.
+Dafür werden Sperrlisten von den Ausgabestellen der Zertifikate
+(,,Trust-Center'') abgeholt und für die Dauer ihrer Gültigkeit
+zwischengespeichert.
+
+Abgelegt werden diese Sperrlisten unter\newline
+\Filename{C:\back{}Dokumente und Einstellungen\back{}LocalService\back{}Lokale\newline
+Einstellungen\back{}Anwendungsdaten\back{}GNU\back{}cache\back{}dirmngr\back{}crls.d\back{}}
+
+Hierbei handelt es sich um einen sogenannten ,,geschützten'' Bereich
+und kann daher nur mit dem Explorer eingesehen werden, wenn für die
+Ansicht eingestellt ist, dass auch geschützte Dateien angezeigt werden sollen.
+
+In diesem Verzeichnis sollten keine Änderungen vorgenommen werden.
+
+\subsection{Vertrauenswürdige Wurzeln von DirMngr \label{trustedrootcertsdirmngr}}
+
+Für eine vollständige Prüfung von Zertifkats-Gültigkeiten
+muss auch den Wurzel-Zertifkaten vertraut werden, in deren
+Zertifizierungskette die Sperrlisten unterschrieben wurden.
+
+Die Liste der Wurzel-Zertifkate denen DirMngr bei den
+Prüfungen vertrauen soll liegt unter\newline
+\Filename{C:\back{}Programme\back{}GNU\back{}GnuPG\back{}etc\back{}dirmngr\back{}trusted-certs\back{}}
+
+Für systemweite Vorgaben sollten hier die Wurzel-Zertifkate abgelegt werden
+denen alle Anwender vertrauen können.
+
+\subsection{Weitere Zertifikate von DirMngr \label{extracertsdirmngr}}
+
+Um wie oeben beschrieben die Zertifizierungskette zu
+prüfen sind auch die Zertifkate der Zertifizierungsstellen
+(Certificate Authorities, CAs) zu prüfen.
+
+Für eine direkte Verfügbarkeit können sie in diesem Verzeichnis abgelegt
+werden:\newline
+\Filename{C:\back{}Programme\back{}GNU\back{}GnuPG\back{}lib\back{}dirmngr\back{}extra-certs\back{}}
+
+Zertifkate die nicht hier oder bei den Anwendern vorliegen müssen
+entweder automatisch von LDAP-Servern geladen werden oder, falls so nicht
+verfügbar, per Hand importiert werden.
+
+Es ist also sinnvoll im Rahmen von systemweiten Vorgaben hier die
+wichtigsten CA-Zertifkate abzulegen.
+
+\subsection{Konfiguration zur Verwendung externer LDAP Verrzeichnisdienste \label{ldapservers}}
+
+GnuPG kann so konfiguriert werden, dass bei Bedarf fehlende Zertifkate
+oder Sperrlisten auf externen Verzeichnisdiensten gesucht werden.
+
+Der Systemdienst ,,DirMngr'' verwendet dafür die Liste der Dienste die
+in der Datei\newline
+\Filename{C:\back{}Programme\back{}GNU\back{}GnuPG\back{}etc\back{}dirmngr\back{}ldapservers.conf}\newline
+angegeben sind.
+
+Sind im internen Netz die Zugänge zu externen LDAP-Servern gesperrt, so
+kann man in dieser Datei einen Proxy-Dienst für entsprechende Durchleitung
+konfigurieren, wie folgende Zeile im Beispiel illustriert:
+
+\verb#proxy.mydomain.example:389:::O=myorg,C=de#
+
+Die genaue Syntax für die Einträge lautet übrigens:
+
+\verb#HOSTNAME:PORT:USERNAME:PASSWORD:BASE_DN#
+
+\subsection{Systemweite vertrauenswürdige Wurzel-Zertifikate \label{systemtrustedrootcerts}}
+
+Die systemweit als vertrauenswürdig vorbelegten Zertifkate werden
+in der Datei\newline
+\Filename{C:\back{}Programme\back{}GNU\back{}GnuPG\back{}etc\back{}gnupg\back{}trustlist.txt}\newline
+definiert.
+
+\clearpage
+\section{Fehler in den Gpg4win Programmen aufspüren}
+
+Es kann vorkommen, dass eines der Gpg4win Programme
+nicht wie erwartet zu funktionieren scheint.
+
+Nicht selten ist dabei eine Besonderheit der
+Arbeitsumgebung, so dass die Software-Entwickler
+das beobachtete Problem gar nicht selbst nachvollziehen können.
+
+Um die Software-Entwickler bei der Problemsuche zu
+unterstützen oder auch um mal selbst in die technischen
+Detail-Abläufe reinzuschnuppern bieten die Gpg4win Programme
+Unterstützung an.
+
+In der Regel muss diese Unterstützun aber erst einmal
+eingeschaltet werden. Eine der wichtigesten Hilfsmittel sind
+Logbücher. Dort werden detaillierte Informationen zu den
+technischen Vorgängen vermerkt. Ein Software-Entwickler kann
+ein Problem und die mögliche Lösung oft leicht ablesen,
+auch wenn es auf den ersten Blick sehr unverständlich
+und viel zu umfangreich wirken mag.
+
+Wenn Sie einen Fehler-Bericht an die Software-Entwickler
+senden wollen, so finden Sie auf dieser Web-Seite einige Hinweise:
+
+http://www.gpg4win.de/reporting-bugs-de.html
+
+Als dort erwähnte ,,Debug-Informationen''
+sind Logbücher besonders wertvoll
+und sollten mitgeschickt werden.
+
+Im folgenden werden verschieden Möglichkeiten beschrieben
+wie Programm-Ablauf-Informationen (darum handelt es sich
+letztlich bei den Logbüchern) eingeschaltet werden können.
+
+\subsection{Logbuch von Kleopatra einschalten}
+
+Das Logbuch von Kleopatra besteht aus vielen Dateien,
+daher ist der erste Schritt ein Verzeichnis für
+das Logbuch zu erstellen. Denkbar ist z.B.
+\Filename{C:\back{}TEMP\back{}kleologdir}.
+
+Bitte beachten Sie hierbei, dass es hier um Einstellungen
+des Anwenders, nicht des Systemadministrators geht.
+Die Einstellungen müssen also für jeden Anwender der ein
+Logbuch erstellen möchte separat vorgenommen werden und dabei
+insbesondere aufgepasst werden, dass unterschiedliche \Filename{kleologdir}
+Verzeichnisse verwendet werden.
+
+Der Pfad zu diesem Verzeichnis muss nun in der Umgebungsvariable
+,,KLEOPATRA\_LOGDIR'' vermerkt werden:
+
+Öffnen Sie dazu die Systemsteuerung, wählen dort ,,System'', dann
+den Reiter ,,Erweitert'' und schließlich den Knopf \Button{Umgebungsvariablen}.
+
+Fügen Sie dort nun folgende neue Benutzervariable ein:
+
+Name: KLEOPATRA\_LOGDIR
+
+Wert: \Filename{C:\back{}TEMP\back{}kleologdir}
+
+Beachten Sie, dass das angegebene Verzeichnis existieren muss. Sie können es
+auch nachträglich erstellen.
+
+Um die Log-Funktion wirksam werden zu lassen, muss Kleopatra beendet
+und neu gestartet werden. Spätestens jetzt muss das Log-Verzeichnis erstellt worden
+sein.
+
+Während Kleopatra nun verwendet wird, zeichnet es viele Daten in die
+Datei \Filename{kleo-log} (Haupt-Logbuch) sowie möglicherweise viele Dateien
+\Filename{pipe-input-ZEITSTEMPEL-ZUFALLSZEICHEN}.
+
+Möglicherweise reichen diese Informationen einem Software-Entwickler nicht
+um den Fehler zu erkennen, er wird Sie dann bitten die Umgebungsvariable
+,,KLEOPATRA\_LOGOPTIONS'' auf den Wert ,,all'' zu setzen wie Sie schon
+die andere Variable oben gesetzt haben.
+
+Möglicherweise werden die Logbuch-Dateien sehr schnell sehr groß.
+Sie sollten diese Logbuch-Aufzeichnung nur einschalten und dann
+ein bestimmtes Fehlverhalten durchspielen. Anschliessend schalten
+Sie die Aufzeichnung wieder aus indem Sie die Umgebungsvariable
+löschen oder den Namen leicht variieren (für späteres leichtes
+reaktivieren). Vergessen Sie nicht, die Logbücher zu löschen falls
+sie umfangreich geworden sind oder es sehr viele Dateien sind. Am besten immer
+bevor Sie eine neue Aufzeichnung machen.
+
+\subsection{Logbuch von GpgOL einschalten}
+
+Für das Einschalten des Logbuches von GpgOL müssen Sie ihrem normalen
+Benutzerkonto (also nicht als Administrator) den Registrierungs-Editor
+starten. Das kann man z.B. machen in dem man
+in einer Eingabeaufforderung das Kommando \verb:regedit: ausführt.
+
+Wählen Sie nun das GpgOL Verzeichnis
+(\verb:HKEY_CURRENT_USER\Software\GNU\GpgOL:)
+im auf der linken Seite dargestellten
+Verzeichnisbaum. Existiert dieser Registry-Pfad noch nicht, so
+legen Sie ihn zunächst an.
+
+Auf der rechten Seite wählen Sie nun über die rechte Maustaste den
+Menüeintrag ,,Neu/Zeichenfolge''.
+Bennennen Sie den neuen Eintrag ,,enableDebug'' und setzte Sie dessen Wert
+auf ,,1''.
+
+Man erhält umso mehr interne Programmablaufinformationen
+je größere man den Wert von ,,enableDebug'' wählt.
+Es ist empfehlenswert
+mit ,,1'' zu beginnen und nur höhere Werte einzusetzen, falls
+es eine tiefere Programmablaufanalyse erfordern sollte.
+
+Erstellen Sie nun eine weitere Zeichnfolge mit dem Namen ,,logFile''
+und als Wert ein Dateiname in die das Logbuch geschrieben werden soll,
+beispielsweise
+\Filename{C:\back{}TEMP\back{}gpgollog.txt}.
+Evtl. existierte dieser Eintrag schon ohne Angabe eines Dateinamens,
+in diesem Fall reicht ein Doppel-Click auf den Eintrag um den Wert
+dann zu ändern.
+
+Bedenken Sie, dass diese Datei ggf. im weiteren Verlauf sehr
+umfangreich werden kann. Stelle Sie ,,enableDebug'' auf ,,0'' wenn
+Sie kein Logbuch mehr benötigen.
+
+\subsection{Logbuch von DirMngr einschalten}
+
+Bei DirMngr handelt es sich um einen systemweiten Dienst und daher
+ist das Einschalten des Logbuches nur mit Administator-Rechten
+möglich.
+
+Um das Logbuch einzuschalten, tragen Sie folgende zwei Zeilen in
+die Datei\newline
+\Filename{C:\back{}Programme\back{}GNU\back{}GnuPG\back{}etc\back{}dirmngr\back{}dirmngr.conf}\newline
+ein:
+
+\begin{verbatim}
+debug-all
+log-file C:\TEMP\dirmngr.log
+\end{verbatim}
+
+Starten Sie dann den Dienst neu, so dass er die geänderte Konfiguration
+einliesst.
+
+\subsection{Logbuch von GPG für S/MIME, GPG Agent oder Smartcard Daemon einschalten}
+
+Für die Programme GPG für S/MIME (Kommandozeilen-Name GpgSM), GPG Agent (gpg-agent) und
+Smarcard Daemon (scdaemon) können Anwender persönliche Konfigurationen vornehmen.
+Dazu gehört auch das Einstellen einer Protokolldatei für den Programmablauf.
+
+Eingeschaltet wird das jeweilige Logbuch in dem über das Kleopatra Menü
+,,Einstellungen/GnuPG Backend einrichten...'' zum jeweiligen Programm
+die beiden Einstellungen ,,Schreibe im Servermodus Logs in DATEI'' z.B. auf
+,,\Filename{C:\back{}TEMP\back{}gpgsm.log}'' und ,,Die Debugstufe auf NAME setzten''
+auf ,,guru'' setzen. Letzteres ist die höchtste Stufe und erzeugt entsprechend große
+Dateien. Daher sollten Sie die Logbücher wieder ausschalten wenn Sie nicht mehr benötigt werden
+(Debugstufe ,,none'').
+
+\clearpage
+%% Original page 49
+\section{Warum Gpg4win nicht zu knacken ist~$\ldots$}
+\label{ch:themath}
+
+$\ldots$ jedenfalls nicht mit heute bekannten Methoden und sofern die
+Implementierung der Programme frei von Fehlern ist. 
+
+In der Realität sind genau solche Fehler in den Programmen, Fehler im
+Betriebssystem oder nicht zuletzt Fehler in der Benutzung der letzte Weg um
+doch noch an die geheimen Informationen zu gelangen --- Auch deshalb sollte
+Sie diese Handbücher bis hierhin gelesen haben.
+
+In jedem Beispiel dieses Handbuchs haben Sie gesehen, dass zwischen dem
+geheimen und dem öffentlichen Schlüsselteil eine geheimnisvolle
+Verbindung besteht. Nur wenn beide zueinander passen, kann man
+Geheimbotschaften entschlüsseln.
+
+Das Geheimnis dieser mathematischen Verbindung müssen Sie nicht
+unbedingt kennen ­-- Gpg4win funktioniert für Sie auch so. Man kann diese komplexe
+mathematische Methode aber auch als Normalsterblicher und
+Nichtmathematiker verstehen. Sie müssen eigentlich nur einfache
+Additionen ($2 + 3$) und Multiplikationen ($5 * 7$) beherrschen.
+Allerdings in einer ganzen anderen Rechenmethode als der, die Sie im
+Alltag benutzen.  Es gehört sowohl zur Sicherheitsphilosophie der
+Kryptographie wie auch zum Prinzip der Freien Software, dass es keine
+geheimnisvollen Methoden und Algorithmen gibt. Letztendlich versteht
+man auch erst dann wirklich, warum GnuPG (die eigentliche Maschinerie
+hinter Gpg4win) sicher ist.
+
+Hier beginnt also sozusagen die Kür nach dem Pflichtteil:
+
+
+\clearpage
+%% Original page 50
+\section{GnuPG und das Geheimnis der großen Zahlen}
+
+{\Large Kryptographie für Nicht-Mathematiker}
+
+Es ist schon versucht worden, den RSA Algorithmus, auf dem GnuPG
+basiert\footnote{Wir verwenden hier RSA als Beispiel da dieser
+  einfacher zu verstehen ist als der Elgamal Algorithmus der als
+  Voreinstellung von GnuPG benutzt wird.}, zu "`knacken"', also einen
+privaten Schlüssel zu berechnen, wenn man lediglich den
+öffentlichen Schlüssel kennt.  Diese Berechnung ist aber noch nie für
+Schlüssellängen (1024 Bit und mehr), die in GnuPG verwendet werden,
+gelungen.  Es ist theoretisch zwar möglich, aber praktisch
+undurchführbar da selbst bei genügend vorhandener Zeit (viele Jahre)
+und Abertausenden von vernetzten Rechnern niemals genügen Speicher zur
+Verfügung stehen wird, um den letzten Schritt dieser Berechnung
+durchführen zu können.
+
+Es kann allerdings durchaus möglich sein, dass eines Tage eine geniale
+Idee die Mathematik revolutioniert und eine schnelle Lösung des mathematischen
+Problems, welches hinter RSA steckt, liefert.  Dies wird aber wohl
+kaum von heute auf morgen geschehen.
+Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik veröffentlicht von Zeit zu Zeit
+Prognosen und Einschätzungen, welche Schlüssellängen noch wieviele
+Jahre für absolute Geheimhaltung benutzt werden sollen.  GnuPG
+überschreitet mit seinen Standardeinstellungen noch weit diese
+Mindestanforderungen.  Wie im vorigen Kapitel schon angerissen, ist die
+Mathematik der mit Abstand sicherste Teil an der ganzen praktisch
+angewandten Kryptographie.
+
+
+
+\clearpage
+%% Original page  52
+
+Im Folgenden erfahren Sie, wie diese mathematische Methode funktioniert. Nicht
+in allen Einzelheiten ­-- das würde den Rahmen dieser Anleitung bei
+weitem sprengen ---, aber doch so, dass Sie bei etwas Mitrechnen selbst
+mathematisch korrekt ver- und entschlüsseln können und dabei das
+"`Geheimnis der großen Zahlen"' entdecken.
+
+Man kann diese komplexe mathematische Methode auch als
+Normalsterblicher und Nichtmathematiker verstehen. Sie müssen nur
+einfache Additionen und Multiplikationen beherrschen. Wie gesagt: hier
+beginnt der Kürteil, und bei der Kür geht es immer etwas mehr zur
+Sache als im Pflichtprogramm.  Letztendlich versteht man dann aber,
+warum GnuPG sicher ist.
+
+Eine Begriffsklärung vorneweg:
+
+ein \emph{Algorithmus} ist eine mathematische Prozedur zur Veränderung oder
+Transformation von Daten oder Informationen.
+
+\emph{Arithmetik} ist die Methode, nach der wir Zahlen addieren und
+multiplizieren.
+
+
+Die Verschlüsselung mit GnuPG basiert auf dem sogenannten
+RSA-Algorithmus\footnote{RSA ist eigentlich optional, da aus
+  Patentgründen der Elgamal Algorithmus, beruhend auf dem schwieriger
+  zu erklärenden Problem des diskreten Logarithmus, als Standard
+  verwendet wird.}.  RSA steht für die Nachnamen von Ron Rivest, Ami
+Shamir und Ben Adleman, die diesen Algorithmus im Jahr 1978 entdeckt
+haben. Dieser Algorithmus verwendet einen Typ der Arithmetik, die
+Rechnen mit Restklassen oder "`Modulo-Arithmetik"' heißt.
+
+%% Original page 53
+\subsection{Das Rechnen mit Restklassen}
+
+Wenn man mit Restklassen rechnet, so bedeutet dies, dass man
+nur mit dem "`Rest"' rechnet, der nach einer ganzzahligen Teilung durch eine
+bestimmte Zahl übrigbleibt. Diese Zahl, durch die geteilt wird,
+nennt man den "`Modul"' oder die "`Modulzahl"'. Wenn wir
+beispielsweise mit dem Teiler oder der Modulzahl 5 rechnen,
+sagen wir auch, "`wir rechnen modulo 5"'.
+
+Wie das Rechnen mit Restklassen --- auch Modulo-Arithmetik oder
+Kongruenzrechnung genannt --- funktioniert, kann man sich gut
+klarmachen, wenn man sich das Zifferblattes einer Uhr vorstellt:
+
+\begin{center}
+\IncludeImage[width=0.25\textwidth]{clock-face}
+\end{center}
+
+Diese Uhr ist ein Beispiel für das Rechnen mit modulo 12 (der Teiler
+ist also 12) --- eine Uhr mit einem normalen Zifferblatt, allerdings
+mit einer 0 anstelle der 12. Wir können damit Modulo-Arithmetik
+betreiben, indem wir einfach den gedachten Zeiger bewegen.
+
+Um beispielsweise $3 + 2$ zu rechnen, beginnen wir bei der Ziffer 2
+und drehen den Zeiger um 3 Striche weiter (oder wir starten bei der 3
+und drehen 2 Striche weiter, was natürlich auf dasselbe hinausläuft)
+Das Ergebnis ist 5.
+
+Zählt man auf diese Weise $7 + 8$ zusammen, erhält man 3. Denn 3 ist
+der Rest, wenn man 15 (also $7 + 8$) durch 12 teilt.  Um 5 mit 7 zu
+multiplizieren, beginnt man bei 0 und dreht 7 mal jeweils um 5 Striche
+weiter (oder auch bei 0 beginnend 5 mal um 7 Striche). In beiden
+Fällen bleibt der Zeiger bei 11 stehen. Denn 11 ist der Rest, wenn 35
+(also $7 * 5$) durch 12 geteilt wird.
+
+\clearpage
+%% Original page 54
+
+Beim Rechnen mit Restklassen addieren und teilen wir Zahlen also nach
+den normalen Regeln der Alltagsarithmetik, verwenden dabei jedoch
+immer nur den Rest nach der Teilung. Um anzuzeigen, dass wir nach den
+Regeln der Modulo-Arithmetik und nicht nach denen der üblichen
+Arithmetik rechnen, schreibt man den Modul (Sie wissen schon --- den
+Teiler) dazu. Man sagt dann zum Beispiel "`4 modulo 5"',
+schreibt aber kurz "`$4 \bmod 5$"'. 
+
+Bei Modulo-5 zum Beispiel hat man dann eine Uhr, auf deren
+Zifferblatt es nur die 0, 1, 2, 3 und 4 gibt. Also:
+
+\[ 4 \bmod 5 + 3 \bmod 5 = 7 \bmod 5 = 2 \bmod 5 \]
+
+Anders ausgedrückt, ist in der Modulo-5 Arithmetik das Ergebnis
+aus 4 plus 3 gleich 2. Wir können also auch schreiben:
+
+\[ 9 \bmod 5 + 7 \bmod 5 = 16 \bmod 5 = 1 \bmod 5 \]
+
+Wir sehen auch, dass es egal ist, in welcher Reihenfolge wir
+vorgehen, weil wir nämlich auch schreiben können:
+
+\[ 9 \bmod 5 + 7 \bmod5 = 4 \bmod 5 + 2 \bmod 5 = 6 \bmod 5 =
+   1 \bmod 5                                                   \]
+
+Denn 4 ist dasselbe wie 9, und 2 dasselbe wie 7, da wir uns ja nur für
+den jeweiligen Rest nach der Teilung durch 5 interessieren.  Daran
+wird deutlich, dass wir bei dieser Art der Arithmetik jederzeit 5 oder
+ein Vielfaches von 5, wie 10, 15 und so weiter nehmen können,und das
+Ergebnis stets dasselbe ist.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 55
+Das funktioniert auch beim Multiplizieren (Malnehmen).
+
+Ein Beispiel:
+
+\[ 4 \bmod 5 * 2 \bmod 5 = 8 \bmod 5 = 3 \bmod 5  \]
+
+Ebenso können wir schreiben:
+
+\[ 9 \bmod 5 * 7 \bmod 5 = 63 \bmod 5 = 3 \bmod 5 \]
+
+da wir einfach 60, also $5 * 12$, abziehen können.
+
+Man könnte aber auch schreiben:
+
+\[ 9 \bmod 5 * 7 \bmod 5 = 4 \bmod 5 * 2 \bmod 5 = 8 \bmod 5 = 3 \bmod
+5 \]
+
+denn 4 entspricht 9, und 2 entspricht 7, wenn wir nur den Rest
+nach Teilung durch 5 betrachten.
+
+Widerum stellen wir fest, dass es egal ist, wenn wir das Vielfache
+von 5 einfach weglassen.
+
+Da dadurch alles einfacher wird, machen wir das, bevor wir
+Zahlen addieren oder multiplizieren. Das bedeutet, dass wir uns
+lediglich um die Zahlen 0, 1, 2, 3 und 4 kümmern müssen, wenn
+wir mit der Modulo-5 Arithmetik rechnen. Denn wir können ja
+alles, was durch 5 teilbar ist, weglassen.
+Dazu noch drei Beispiele:
+
+\[ 5 \bmod 11 * 3 \bmod 11 = 15 \bmod 11 = 4 \bmod 11 \]
+\[ 2 \bmod 7 * 4 \bmod 7 = 1 \bmod 7                  \]
+\[ 13 \bmod 17 * 11 \bmod 17 = 7 \bmod 17             \]
+
+Das letzte Beispiel wird klar, wenn man bedenkt, dass in normaler
+Arithmetik gerechnet $ 13 * 11 = 143 $ und $ 143 = 8 * 17 + 7 $ ist.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 56
+\subsection{RSA-Algorithmus und Rechnen mit Restklassen}
+
+Computer speichern Buchstaben als Zahlen. Alle Buchstaben und Symbole
+auf der Computertastatur werden in Wirklichkeit als Zahlen
+gespeichert, die zwischen zwischen 0 und 255 liegen.
+
+Wir können also eine Nachricht auch in eine Zahlenfolge umwandeln.
+Nach welcher Methode (oder Algorithmus) dies geschieht, wird im
+nächsten Abschnitt beschrieben. Darin stellen wir Ihnen die Methode
+vor, nach der die Verschlüsselung mit GnuPG funktioniert: den
+RSA Algorithmus. Dieser Algorithmus wandelt eine Zahlenfolge (die ja
+eine Nachricht darstellen kann) so in eine andere Zahlenfolge um
+(Transformation), dass die Nachricht dabei verschlüsselt wird. Wenn
+man dabei nach dem richtigen Verfahren vorgeht, wird die Nachricht
+sicher kodiert und kann nur noch vom rechtmäßigen Empfänger dekodiert
+werden.  Das sind die Grundlagen des RSA Algorithmus:
+
+Sie selbst haben bei der Installation von Gpg4win während der Eingabe
+Ihrer Passphrase zwei große Primzahlen erzeugt, ohne es zu
+bemerken (dieser werden mit $p$ und $q$ bezeichnet). Nur Sie --­ oder
+in der Praxis Ihr Computer --­ kennen diese beiden Primzahlen, und Sie
+müssen für ihre Geheimhaltung sorgen.
+
+%% Original page 57
+Es werden daraus nun drei weitere Zahlen erzeugt:
+\begin{description}
+\item [Die erste Zahl] ist das Ergebnis der Multiplikation der beiden
+  Primzahlen, also ihr Produkt.  Dieses Produkt wird als Modulus und
+  dem Buchstaben $n$ bezeichnet.  Dies ist der Modul mit dem wir
+  später immer rechnen werden.
+
+\item [Die zweite Zahl] ist der sogenannte öffentliche Exponent und
+  eine Zahl an die bestimmte Anforderungen gestellt werden
+  (teilerfremd zu $(p-1)(q-1)$); sie wird mit $e$ bezeichnet. Häufig
+  wird hier 3, 41 oder 65537 benutzt.
+
+\item [Die dritte Zahl] wird errechnet aus dem öffentlichem Exponent
+  (der zweiten Zahl) und den beiden Primzahlen. Diese Zahl ist der
+  geheime Exponent und wird mit $d$ bezeichnet.  Die komplizierte
+  Formel zur Berechnung lautet:
+      \[ d = e^{-1} \bmod (p - 1)(q -1) \]
+\end{description}
+
+
+Die erste und die zweite Zahl werden veröffentlicht ­-- das ist Ihr
+öffentlicher Schlüssel.  Beide werden dazu benutzt, Nachrichten zu
+verschlüsseln. Die dritte Zahl muss von Ihnen geheimgehalten werden
+­-- es ist Ihr geheimer Schlüssel.  Die beiden Primzahlen werden
+danach nicht mehr benötigt.
+
+Wenn eine verschlüsselte Nachricht empfangen wird, kann sie
+entschlüsselt werden mit Hilfe der ersten ($n$) und der dritten Zahl
+($d$).  Nur der Empfänger kennt beide Schlüsselteile ­-- seinen
+öffentlichen und seinen geheimen Schlüssel. Der Rest der Welt kennt
+nur den öffentlichen Schlüssel ($n$ und $e$).
+
+Die Trick des RSA Algorithmus liegt nun darin, dass es unmöglich ist,
+aus dem öffentlichen Schlüsselteil ($n$ und $e$) den geheimen
+Schlüsselteil ($d$) zu errechnen und damit die Botschaft zu
+entschlüsseln --- denn: Nur wer im Besitz von $d$ ist, kann die
+Botschaft entschlüsseln.
+
+
+\clearpage 
+%% Original page 58
+\subsection{RSA Verschlüsselung mit kleinen Zahlen}
+
+Wir verwenden hier erst einmal kleine Zahlen, um deutlich
+zu machen, wie die Methode funktioniert. In der Praxis verwendet
+man jedoch viel größere Primzahlen, die aus ­zig Ziffern bestehen.
+
+Nehmen wir die Primzahlen 7 und 11. Damit verschlüsseln wir
+Zahlen ­-- oder Buchstaben, was für den Computer dasselbe ist ---
+nach dem RSA Algorithmus.
+
+Und zwar erzeugen wir zunächst den öffentlichen Schlüssel
+
+\begin{description}
+\item [Die erste Zahl] ist 77, nämlich das Ergebnis der Multiplikation
+  der beiden Primzahlen, 7 und 11. 77 dient uns im weiteren Verlauf
+  als Modulus zur Ver- und Entschlüsselung.
+
+\item [Die zweite Zahl] ist der öffentliche Exponent. Wir wählen hier 13.
+
+\item [Die dritte Zahl] ist der geheime Schlüssel. Sie wird in einem
+  komplizierten Verfahren errechnet, welches wir jetzt erklären:
+\end{description}
+
+zunächst ziehen wir von unseren Primzahlen 7 und 11 jeweils die Zahl 1
+ab (also $7 - 1$ und $11 - 1$) und multiplizieren die beiden
+resultierenden Zahlen miteinander. In unserem Beispiel ergibt das 60:
+$( 7 - 1 ) * ( 11 - 1) = 60$. 60 ist unsere Modulzahl für die
+weiterführende Berechnung des geheimen Schlüssels (sie ist aber nicht
+mit dem eigentlichen Modulus 77 zu verwechseln).
+
+Wir suchen jetzt eine Zahl, die multipliziert mit dem öffentlichen
+Schlüssel die Zahl 1 ergibt, wenn man mit dem Modul 60 rechnet:
+
+\[ 13 \bmod 60 *~?~\bmod 60 = 1 \bmod 60 \]
+
+Die einzige Zahl, die diese Bedingung erfüllt, ist 37, denn
+
+\[ 13 \bmod 60 * 37 \bmod 60 = 481 \bmod 60 = 1 \bmod 60 \]
+
+37 ist die einzige Zahl, die multipliziert mit 13 die Zahl 1 ergibt,
+wenn man mit dem Modul 60 rechnet.
+
+
+
+\clearpage
+%% Original page  59
+\subsubsection{Wir verschlüsseln mit dem öffentlichen Schlüssel eine Nachricht}
+
+Nun zerlegen wir die Nachricht in eine Folge von Zahlen zwischen 0 und
+76, also 77 Zahlen, denn sowohl Verschlüsselung als auch
+Entschlüsselung verwenden den Modul 77 (das Produkt aus den Primzahlen
+7 und 11).
+
+Jede einzelne dieser Zahlen wird nun nach der Modulo-77 Arithmetik 13
+mal mit sich selbst multipliziert. Sie erinnern sich: die 13 ist ja
+unser öffentlicher Schlüssel.
+
+Nehmen wir ein Beispiel mit der Zahl 2: sie wird in die Zahl 30
+umgewandelt, weil
+ $ 2 * 2 * 2 * 2 * 2 * 2 * 2 * 2 * 2 * 2 * 2 * 2 * 2 * 2
+ = 8192 = 30 \bmod 77 $ sind.
+
+ Ein weiteres Beispiel: 75 wird in die Zahl 47 umgewandelt, denn 75
+ wird 13 mal mit sich selbst multipliziert und durch 77 geteilt, so
+ dass der Rest 47 entsteht.
+
+Wenn man eine solche Rechnung für alle Zahlen zwischen 0 und 76
+durchführt und die Ergebnisse in eine Tabelle einsetzt, sieht diese so
+aus:
+
+In der linken Spalte stehen die 10er-Stellen, in der oberen Zeile die
+1er-Stellen.
+
+% FIXME: Replace the table by a LaTeX table and use realistc examples
+% e.g. from the HAC.
+\IncludeImage[width=0.9\textwidth]{table-1}
+
+\clearpage
+%% Original page 60
+\subsubsection{Wir entschlüsseln eine Nachricht mit dem privaten Schlüssel}
+
+Um das Beispiel mit der 2 von oben umzukehren, also die Nachricht zu
+dekodieren, multiplizieren wir 30 (die umgewandelte 2) unter
+Verwendung der Modulzahl 77 37 mal mit sich selbst.  Sie erinnern
+sich: 37 ist der geheime Schlüssel.
+
+Diese wiederholte Multiplikation ergibt eine Zahl die $2 \bmod 77$
+ergibt. Das andere Beispiel: die Zahl $47 \bmod 77$ wird zur Zahl $75
+\bmod 77$ dekodiert.
+
+Tabelle 2 zeigt die genaue Zuordnung der 77 Zahlen zwischen 0 und 76.
+
+\IncludeImage[width=0.9\textwidth]{table-2}
+%\caption{Tabelle 2: Zahlentransformation modulo77, unter Verwendung
+%des geheimen Schlüssels 37}
+
+Um eine Zahl mit Tabelle 2 zu transformieren, gehen wir nach der
+gleichen Methode vor wie bei Tabelle 1. Ein Beispiel: 60 wird
+transformiert in die Zahl in Zeile 60 und Spalte 0. Also wird 60 zu 25
+transformiert.
+
+Das überrascht nicht, denn wenn wir davon ausgehen, dass wir bei der
+Umwandlung von 25 mit Hilfe von Tabelle 1 als Ergebnis 60 erhalten,
+dann sollten wir auch bei der Transformation von 60 mit Hilfe von
+Tabelle 2 zum Ergebnis 25 gelangen. Dabei haben wir den öffentlichen
+Schlüssel, 13, zur Umwandlung bzw.  Kodierung einer Zahl verwendet,
+und den geheimen Schlüssel 37, um sie zurückzuwandeln bzw. zu
+dekodieren. Sowohl für die Verschlüsselung als auch für die
+Entschlüsselung haben wir uns der Modulo-77 Arithmetik bedient.
+
+\clearpage
+%% Original page 61
+\subsubsection{Zusammenfassung}
+
+Wir haben\ldots
+\begin{itemize}
+\item durch den Computer zwei zufällige Primzahlen erzeugen lassen;
+
+\item daraus das Produkt und den öffentlichen und den geheimen Subkey
+  gebildet;
+
+\item gezeigt, wie man mit dem öffentlichen Schlüssel Nachrichten
+  verschlüsselt;
+
+\item gezeigt, wie man mit dem geheimen Schlüssel Nachrichten
+  entschlüsselt.
+\end{itemize}
+
+Diese beiden Primzahlen können so groß gewählt werden, dass es
+unmöglich ist, sie einzig aus dem öffentlich bekannt gemachten Produkt
+zu ermitteln. Das begründet die Sicherheit des RSA Algorithmus.
+
+Wir haben gesehen, dass die Rechnerei sogar in diesem einfachen
+Beispiel recht kompliziert geworden ist. In diesem Fall hat die
+Person, die den Schlüssel öffentlich gemacht hat, die Zahlen 77 und 13
+als öffentlichen Schlüssel bekanntgegeben.  Damit kann jedermann dieser
+Person mit der oben beschriebenen Methode --­ wie im Beispiel der
+Tabelle 1 --­ eine verschlüsselte Zahl oder Zahlenfolge schicken. Der
+rechtmäßige Empfänger der verschlüsselten Zahlenfolge kann diese dann
+mit Hilfe der Zahl 77 und dem geheimen Schlüssel 37 dekodieren.
+
+%% Original page 62
+In diesem einfachen Beispiel ist die Verschlüsselung natürlich nicht
+sonderlich sicher. Es ist klar, dass 77 das Produkt aus 7 und 11 ist.
+
+Folglich kann man den Code in diesem einfachen Beispiel leicht
+knacken. Der scharfsinnige Leser wird auch bemerkt haben, dass etliche
+Zahlen, zum Beispiel die Zahl 11 und ihr Vielfaches (also 22, 33 etc.)
+und die benachbarten Zahlen sich in sich selbst umwandeln.
+
+\IncludeImage[width=0.9\textwidth]{table-3}
+
+\clearpage
+
+Das erscheint als ein weiterer Schwachpunkt dieser
+Verschlüsselungsmethode: man könnte annehmen, dass die Sicherheit des
+Algorithmus dadurch beeinträchtigt würde.  Doch stellen Sie sich nun
+vor, das Produkt zweier grosser Primzahlen, die auf absolut
+willkürliche Art und Weise gewählt werden, ergäbe
+
+114,381,625,757,888,867,669,235,779,976,146,612,010,\\
+218,296,721,242,362,562,561,842,935,706,935,245,733,\\
+897,830,597,123,563,958,705,058,989,075,147,599,290,\\
+026,879,543,541
+
+%% Original page 63
+Hier ist überhaupt nicht mehr ersichtlich, welche die beiden zugrunde
+liegenden Primzahlen sind. Folglich ist es sehr schwierig, aufgrund
+des öffentlichen Schlüssels den geheimen Schlüssel zu ermitteln.
+Selbst den schnellsten Computern der Welt würde es gewaltige Probleme
+bereiten, die beiden Primzahlen zu errechnen.
+
+Man muss die Primzahlen also nur groß genug wählen, damit ihre
+Berechnung aus dem Produkt so lange dauert, dass alle bekannten
+Methoden daran in der Praxis scheitern.  Außerdem nimmt der Anteil der
+Zahlen, die in sich selbst transformiert werden --­ wie wir sie oben
+in den Tabellen 1 und 2 gefunden haben --- stetig ab, je größer die
+Primzahlen werden.  Von Primzahlen in der Grössenordnung, die wir in der
+Praxis bei der Verschlüsselung verwenden, ist dieser Teil ist so
+klein, dass der RSA Algorithmus davon in keiner Weise beeinträchtigt
+wird.
+
+Je größer die Primzahlen, desto sicherer die Verschlüsselung.
+Trotzdem kann ein normaler PC ohne weiteres das Produkt aus den beiden
+großem Primzahlen bilden. Kein Rechner der Welt dagegen kann aus
+diesem Produkt wieder die ursprünglichen Primzahlen herausrechnen --­
+jedenfalls nicht in vertretbarer Zeit.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 64
+\subsection{Die Darstellung mit verschiedenen Basiszahlen}
+
+Um zu verstehen, wie Nachrichten verschlüsselt werden, sollte man
+wissen, wie ein Computer Zahlen speichert und vor allem, wie sie in
+unterschiedlichen Zahlenbasen dargestellt werden können.
+
+Dazu machen wir uns zunächst mit den Zahlenpotenzen vertraut.
+                                 
+Zwei hoch eins, das man als $2^1$ darstellt, ist gleich 2;
+zwei hoch drei, dargestellt als $2^3$, ist $2 * 2 * 2 = 8$; zwei
+hoch zehn, dargestellt als $2^{10}$, ist $2*2*2*2*2*2*2*2*2*2 = 1024$.
+
+Jede Zahl hoch 0 ist gleich 1, zum Beispiel $2^0 = 1$ und $5^0 = 1$.
+Verallgemeinert bedeutet dies, dass eine potenzierte Zahl so oft mit
+sich selbst multipliziert wird, wie es die Hochzahl (Potenz) angibt.
+
+Das Konzept einer Zahlenbasis veranschaulicht zum Beispiel ein
+Kilometerzähler im Auto: das rechte Rad zählt nach jedem
+Kilometer eine Stelle weiter und zwar nach der vertrauten Abfolge
+der Zahlen
+
+0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 0, 1, 2
+
+und so weiter. Jedesmal, wenn das rechte Rad wieder 0 erreicht, zählt
+das Rad links davon eine Stelle hoch. Und jedesmal, wenn dieses zweite
+Rad die 0 erreicht, erhöht das Rad links davon um eins \ldots und so
+weiter.
+
+%% Original page 65
+
+\begin{center}
+\IncludeImage[width=0.4\textwidth]{mileage-indicator}
+\end{center}
+
+Das rechte Rad zählt die einzelnen Kilometer. Wenn es eine 8
+angezeigt, dann sind dies 8 Kilometer. Das Rad links davon zeigt
+jeweils die vollen zehn Kilometer an: eine 5 bedeutet 50 Kilometer.
+Dann folgen die Hunderter: steht dort 7, dann bedeutet dies 700
+Kilometer.
+
+Nach dem gleichen Prinzip stellen wir ja auch unsere normale Zahlen
+mit den Ziffern 0 bis 9 dar.
+
+"`578"', zum Beispiel, bedeutet $5 * 100 + 7 * 10 + 8$, und dies
+entspricht 578.
+
+Hier haben wir die "`5"' stellvertretend für fünfhundert, "`7"' für
+siebzig und "`8"' für acht. In diesem Fall ist die Basis 10, eine für
+uns vertraute Basis.
+
+Also steht die rechte Ziffer für die Einer der betreffenden Zahl (d.h.
+sie wird mit 1 multipliziert), die Ziffer links davon steht für die
+Zehner (d.h. wird mit 10 multipliziert), die nächste Ziffer wiederum
+für die Hunderter (d.h. sie wird mit 100 multipliziert) und so weiter.
+Da wir Zahlen normalerweise zur Basis 10 darstellen, machen wir uns
+nicht die Mühe, die Basis extra anzugeben. Formal würde man dies bei
+der Zahl 55 mit der Schreibweise $55_{10}$ anzeigen, wobei die
+tiefgestellte Zahl die Basis anzeigt.
+
+Wenn wir nicht zur Basis 10 darstellen, so müssen wir dies mit Hilfe
+einer solchen tiefgestellten Basiszahl anzeigen.
+
+
+%% Original page 66
+Angenommen, die Anzeige des Kilometerzählers hätte statt der Ziffern 0
+bis 9 nur noch 0 bis 7. Das rechte Rädchen würde nach jedem Kilometer
+um eine Ziffer höher zählen, wobei die Zahlenfolge so aussehen würde:
+
+\[ 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 0, 1, 2, und so weiter. \]
+
+Unser Tacho zur Basis 8 stellt zum Beispiel folgende Zahl dar:
+
+\[ 356 \]
+
+Die 6 auf dem rechte Rädchen zählt einzelne Kilometer, also 6
+Kilometer.\\
+Die 5 auf dem Rädchen daneben für $5 * 8$, also 40 Kilometer.\\
+Die 3 links steht für je 64 Kilometer pro Umdrehung, also hier
+$3 * 8 * 8$ Kilometer.
+
+So rechnet man also mit Zahlen zur Basis 8. Ein Beispiel: 728 bedeutet
+$7 * 8 + 2$, und das ist gleich "`58"'. Bei dieser Art der Darstellung
+steht die "`2"' aus der 72 für 2, aber die "`7"' steht für $7 * 8$.
+
+Größere Zahlen werden schrittweise genauso aufgebaut, so dass
+$453_8$ eigentlich $4 * 64 + 5 * 8 + 3$ bedeutet, was 299 ergibt.
+
+Bei $453_8$ steht die "`3"' für 3, die "`5"' für $5 * 8$ und die "`4"'
+für $4 * 64$, wobei sich die "`64"' wiederum aus $8 * 8$ herleitet.
+
+Im angeführten Beispiel werden die Ziffern, von rechts nach links
+gehend, mit aufsteigenden Potenzen von 8 multipliziert. Die rechte
+Ziffer wird mit 8 hoch 0 (das ist 1) multipliziert, die links daneben
+mit 8 hoch 1 (das ist 8), die nächste links davon mit
+8 hoch 2 (das ist 64) und so weiter.\\
+Wenn man Zahlen zur Basis 10 darstellt, gibt es keine höhere Ziffer
+als 9 (also 10 minus 1). Wir verfügen also über keine Ziffer, die 10
+oder eine größere Zahl darstellt. Um 10 darzustellen, brauchen wir
+zwei Ziffern, mit denen wir dann die "`10"' schreiben können.\\
+Wir haben also nur die Ziffern 0 bis 9.
+
+So ähnlich ist es, wenn wir mit
+der Basiszahl 8 rechnen: dann haben wir nur die Ziffern 0 bis 7.
+Wollen wir zu dieser Basis eine höhere Zahl als sieben darstellen,
+müssen wir wieder zwei Ziffern verwenden. Zum Beispiel "`9"' schreibt
+man als $11_8$, "`73"' schreibt man als $111_8$.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 67
+
+Computer speichern Zahlen als eine Folge von Nullen und Einsen.
+Man nennt dies Binärsystem oder Rechnen mit der Basiszahl 2,
+weil wir nur die Ziffern 0 und 1 verwenden. Stellen Sie sich vor,
+wir würden die Kilometer mit einem Tachometer zählen, auf
+dessen Rädchen sich nur zwei Ziffern befinden: 0 und 1.
+Die Zahl $10101_2$ zum Beispiel bedeutet im Binärsystem
+
+\[ 1 * 16 + 0 * 8 + 1 * 4 + 0 * 2 + 1 = 21 \].
+
+In der Computerei verwendet man auch Gruppen von acht Binärziffern,
+das wohlbekannte Byte. Ein Byte kann Werte zwischen 0 - dargestellt
+als Byte $00000000_2$ --- und 255 --- dargestellt als Byte
+$11111111_2$ --- annehmen. Ein Byte stellt also Zahlen zur Basis 256
+dar.
+
+Zwei weitere Beispiele:
+
+\[ 10101010_2 = 170 \] und
+\[ 00000101_2 = 5 \].
+
+Da der Computer die Buchstaben, Ziffern und Satzzeichen als Bytes
+speichert, schauen wir uns an, welche Rolle dabei die Darstellung zur
+Basis 256 spielt.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 68
+Nehmen wir die Silbe "`un"'. Das "`u"' wird im Computer als 117
+gespeichert und das "`n"' als 110.
+
+Diese Zahlenwerte sind für alle Computer standardisiert und werden
+ASCII-Code genannt. Um alle Zahlen und Symbole darstellen zu können,
+benötigen wir auf dem Computer die 256 Zahlen von 0 bis 255.
+
+Wir können also die Silbe "`un"' durch die Zahl $117 * 256 + 110$
+darstellen.\\
+Entsprechend würde man die Buchstabenfolge "`und"' mit der Zahl $117 *
+65536 + 110 * 256 + 100$ darstellen, denn das "`d"' wird
+durch 100 repräsentiert.\\
+Wir haben hier also Zahlen und Symbole, die auf der Computertastatur
+als normale Zahlen zur Basis 10 stehen, intern durch Zahlen zur Basis
+256 repräsentiert.
+
+Entsprechend können wir aus jeder Nachricht eine große Zahl machen.
+Aus einer langen Nachricht wird also eine gewaltig große Zahl. Und
+diese sehr große Zahl wollen wir nun nach dem RSA Algorithmus
+verschlüsseln.
+
+Wir dürfen allerdings dabei die Zahl, zu der die Nachricht
+verschlüsselt wird, nicht größer werden lassen als das Produkt der
+Primzahlen (Modulus). Ansonsten bekommen wir Probleme, wie wir gleich
+noch sehen werden.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 69
+
+Da die folgende Prozedur mehrere Schritte umfaßt, fassen wir
+sie zunächst zusammen und verfolgen dann die Einzelschritte:
+
+\begin{enumerate}
+\item Die Nachricht \emph{aba, cad, ada} wandeln wir --- wie gesehen --- in
+  Zahlen um.
+\item Diese Darstellung zur Basis 4 wandeln wir in eine Darstellung
+  zur Basis 10 um, damit wir zur Verschlüsselung die Tabelle 1
+  benutzen können, in denen die Zahlen ja auch auf 10er-Basis
+  dargestellt werden.  Dabei entsteht eine kodierte Nachricht zur
+  Basis 10.
+
+\item Um die Kodierung im Vergleich zum "`Klartext"' zu erkennen,
+  rechnen wir die zur Basis 10 kodierte Nachricht auf die Basis 4
+  zurück und wandeln sie dann wieder in eine Buchstabensequenz.
+
+\item So entsteht aus der Nachricht \emph{aba, cad, ada} die verschlüsselte
+  Nachricht \emph{dbb, ddd, dac}.
+\end{enumerate}
+
+
+\clearpage
+%% Original page 70
+
+Und nun ausführlich:
+
+1. Die Nachricht \emph{aba, cad, ada} wandeln wir --- wie gesehen ---
+in Zahlen um.
+
+Angenommen, wir beschränken uns bei den Nachrichten auf die 4
+Buchstaben a, b, c und d. In diesem --- wirklich sehr einfachen ---
+Beispiel können wir die vier Buchstaben durch die Zahlenwerte 0, 1, 2
+und 3 darstellen, und haben dann
+
+\[ a = 0, b = 1, c = 2 ~\mbox{und}~ d = 3 \].
+
+Wir wollen nun die Nachricht "`abacadaca"' verschlüsseln. Wir kodieren
+diese Nachricht mit Hilfe der Primzahlen 7 und 11, mit dem
+öffentlichen Schlüssel 77 und 13 und dem dazugehörenden geheimen
+Schlüssel 37.  Dieses Beispiel kennen wir bereits aus dem früheren
+Kapitel: wir haben damit die Tabellen 1 und 2 konstruiert.
+
+2. Diese Darstellung zur Basis 4 wandeln wir in eine Darstellung zur
+Basis 10 um, damit wir zur Verschlüsselung die Tabelle 1 benutzen
+können, in denen die Zahlen ja auch auf 10er-Basis dargestellt werden.
+
+Weil wir vier Buchstaben für die Nachricht verwenden, rechnen wir zur
+Basis 4. Für die Rechnung modulo 77 müssen wir die Nachricht in Stücke
+von je drei Zeichen Länge zerlegen, weil die größte dreiziffrige Zahl
+zur Basis 4 die $333_4$ ist. Zur Basis 10
+hat diese Zahl den Wert 63.
+
+Würden wir stattdessen die Nachricht in vier Zeichen lange Stücke
+zerlegen, würde die Zahl zu Basis 4 den Wert 76 übersteigen und es
+würden unerwünschte Doppeldeutigkeiten entstehen.\\
+Folglich würde die Nachricht in dreiziffrigen Stücken nun 
+
+\[ aba, cad, aca \]
+
+ergeben. Geben wir den Zeichen nun ihre Zahlenwerte und vergessen
+dabei nicht, dass die Stücke dreiziffrige Zahlen zur Basis 4
+darstellen.
+
+
+%% Original page 71
+Da wir die Buchstaben durch die Zahlen a = 0, b = 1, c = 2, d
+= 3 darstellen, wird die Nachricht zu
+
+\[ 010_4, 203_4, 020_4 \].
+
+Zur Basis 10 wird diese Nachricht durch die Zahlenfolge 4, 35,
+8 dargestellt. Warum? Nehmen wir zum Beispiel das mittlere
+Stück $203_4$:
+
+\T\begin{eqnarray*}
+ 3 * 4^0, & ~\mbox{also}~ 3 * 1, & ~\mbox{also}~ 3 \\
+ 0 * 4^1, & ~\mbox{also}~ 0 * 4, & ~\mbox{also}~ 0 \\
+ 2 * 4^2, & ~\mbox{also}~ 2 * 16, & ~\mbox{also}~ 32
+\T\end{eqnarray*}
+
+% The next clearpage is just to over come a problem with the PDF
+% file.  Without it the footer logo is not correctly rendered, instead
+% a tiny image of the next graphic is shown.  The clearpage somehow
+% solves it.
+\clearpage
+3. Jetzt können wir zur Verschlüsselung die Tabelle 1 benutzen, die ja
+zur Basis 10 berechnet wurde. Diese Tabelle benutzen wir, weil wir mit
+dem schon bekannten Schlüsselpaar arbeiten wollen. Dabei entsteht eine
+kodierte Nachricht zur Basis 10.
+
+Zum Verschlüsseln der Nachricht nehmen wir jetzt Tabelle 1 zur Hilfe.
+Die Nachricht wird nun zu der Zahlenfolge 53, 63, 50 (zur Basis 10).
+
+\IncludeImage[width=0.9\textwidth]{table-1}
+
+
+%% Original page 72
+4. Wiederum zur Basis 4 konvertiert, entsteht die verschlüsselte
+Nachricht.
+
+Wird sie nun wieder zur Basis 4 konvertiert, ergibt die Nachricht nun
+$311_4, 333_4, 302_4$.  Konvertiert man diese zu einer
+Buchstabensequenz, erhält man dbb, ddd, dac, was sich nun erheblich
+von der ursprünglichen Nachricht unterscheidet.
+
+Man kehrt nun also den Prozeß um und transformiert die Zahlenfolge 53,
+63, 50 mit Tabelle 2 und erhält die Sequenz 4, 35, 8. Und das
+entspricht, als Zahlenfolge genau der ursprünglichen Nachricht.
+
+Anhand der Tabellen 1 und 2 können wir ebensogut Nachrichten unter
+Verwendung des geheimen Schlüssels (d.h.  erst Tabelle 2 benutzen)
+verschlüsseln, dann mit dem öffentlichen Schlüssel (d.h. Tabelle 1 als
+zweites benutzen) dekodieren und damit unsere ursprüngliche Zahl
+wieder herstellen. Das bedeutet --­ wie wir bereits im Handbuch
+"`Gpg4win für Einsteiger"' gesehen haben ---, dass der Inhaber des geheimen
+Schlüssels damit Nachrichten unter Verwendung des RSA Algorithmus
+verschlüsseln kann.  Damit ist bewiesen, dass sie eindeutig nur von
+ihm stammen können.
+
+
+\clearpage
+%% Original page 73
+\texttt{Fazit:}
+
+Wie Sie gesehen haben, ist die ganze Angelegenheit zwar im Detail
+kompliziert, im Prinzip aber durchaus nachvollziehbar. Sie sollen
+schließlich nicht nur einer Methode einfach nur vertrauen, sondern ­--
+zumindest ansatzweise ­-- ihre Funktionsweise durchschauen. Sehr viele
+tiefergehende Details sind leicht in anderen Büchern (z.B. R.~Wobst,
+"`Abenteuer Kryptologie"') oder im Internet zu finden.
+
+
+\vfill
+
+\textbf{Immerhin wissen Sie nun:} wenn jemand sich an Ihren verschlüsselten
+\Email{}s zu schaffen macht, ist er durchaus so lange damit beschäftigt,
+dass er dann keine Lust mehr haben kann sie auch noch zu lesen\ldots
+
 \appendix
 \part{Appendix}
 
@@ -1710,7 +4211,8 @@ GPA.\footnote{Dies ist nicht der offizielle Weg, funktioniert aber
 \section{History}
 
 \begin{itemize}
-\item  "`GnuPP für Einsteiger"', 1. Auflage März 2002,\\
+\item  "`GnuPP für Einsteiger"', 1. Auflage März 2002 und
+       "`GnuPP für Durchblicker"', Auflage März 2002,\\
   Autoren: Manfred J. Heinze, TextLab text+media\\
   Beratung: Lutz Zolondz, G-N-U GmbH\\
   Illustrationen: Karl Bihlmeier, Bihlmeier \& Kramer GbR\\
@@ -1721,10 +4223,12 @@ GPA.\footnote{Dies ist nicht der offizielle Weg, funktioniert aber
   Technologie (BMWi).\\
   Verfügbar unter
   \verb-http://www.gnupp.de/pdf/einsteiger.pdf-.
+  und
+  \verb-http://www.gnupp.de/pdf/durchblicker.pdf-.
 %    Der Abschnitt "`History"' ist im Originaldokument nicht vorhanden
 %    und wurde von Werner Koch beigefügt.
 \item Revidierte nicht-veröffentlichte Version von TextLab text+media.      
-\item "`Gpg4win für Einsteiger"', Dezember 2005\\
+\item "`Gpg4win für Einsteiger"' und "`Gpg4win für Durchblicker"', Dezember 2005\\
       Autoren:  Werner Koch, g10 Code GmbH\\
       Herausgegeben durch das Gpg4win Projekt.
 \item Aufgrund einer Erlaubniss des BMWi vom 14. November 2007 wurde